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NBA: Weiterer Pflichtsieg bringt den Mavericks die Playoffs näher

Eine neue Rotation bringt den Dallas Mavericks die nötige Luft im Kampf um die Playoffs. Bei den Golden State Warriors waren es dabei zunächst die Ersatzleute von der Bank, die den strauchelnden Stammspielern den Rücken freihielten. Zum Ende der Partie übernahmen dann die Starting Five um Dirk Nowitzki, der es schließlich auf 27 Punkte brachte.

Die Dallas Mavericks scheinen den Ernst der Lage, ein mögliches Verpassen der Playoffs, endlich begriffen zu haben. In Oakland gab es bei den, wenn auch verletzungsgeschwächten, Golden State Warriors, gegen die man die letzten zwei Spiele verloren hatte, einen 112:103-Sieg.

Dallas, das bereits einen Tag früher nach Nordkalifornien gereist war, um vor dem Spiel noch eine richtige Trainingseinheit anstatt des normalen morgendlichen Einwerfens absolvieren zu können, ließ sich von Anfang an nicht auf das High-Tempo-Spiel der Warriors ein und kontrollierte das Geschehen in allen Phasen des Spiels.

Und auch die Suspendierung von Lamar Odom, ohne den man nur eins von neun Spielen gewinnen konnte, scheint beim Titelverteidiger eher neue Chancen zu eröffnen, als dass es die Leistung negativ beeinflussen würde.

Neue Rotation funktioniert

So hatte Coach Rick Carlisle bereits vor dem Spiel gegenüber der Club-eigenen Website angekündigt: "Wir müssen jetzt Dinge probieren. Andere Rotationen, andere Kombinationen, speziell in unserer zweiten Reihe. Wir haben nicht viel Zeit, also müssen wir uns schnell finden – offensiv wie defensiv."

Und genau das scheint besser zu funktionieren, als man es hätte erwarten können. In Halbzeit eins waren es nämlich nicht die Stars Dirk Nowitzki, Jason Kidd und Shawn Marion, die für eine beruhigende 14-Punkte-Halbzeitführung sorgten – sondern die Ersatzspieler wie Jason Terry, Rodrigue Baubois und die Entdeckung der letzten Spiele ohne Odom, Brendan Wright.

Wright der bessere Odom

Während sich die Starting Five in den ersten beiden Vierteln sehr schwer tat, warfen die Ersatzspieler starke 65 Prozent und erzielten 38 Punkte. Hauptverantwortlich dafür war eben jener Wright, der in den letzten drei Spielen bereits mit einem Schnitt von über 20 Punkten sowie einer Trefferquote von 60 Prozent auf sich aufmerksam gemacht hatte – Werte, die sein Vorgänger Odom nicht mal in seinen besten Phasen aufweisen konnte.

Im dritten Viertel fanden dann auch Delonte West und Nowitzki ihren Rhythmus – allerdings zeitgleich mit den Warriors, die die Schwächen der Mavs unter den Körben durch ihre Big Men David Lee und Klay Thompson immer besser auszunutzen wussten. Ein Punkt, der den Mavericks schon die gesamte Saison über Kopfzerbrechen bereitet hat – und der in den Playoffs gegen Teams mit starken Centern wie Memphis oder die LA Lakers den entscheidenden Nachteil bringen könnte.

Nowitzki, der Crunchtime-Killer

Doch die Mavs wären nicht der Titelverteidiger, wenn sie sich in engen Phasen nicht auf ihre Stärken besinnen könnten und enge Spiele mit guten Runs entscheiden könnten. Im letzten Viertel entschied sich Coach Carlisle für seine Routiniers – und lag damit goldrichtig. Nowitzki, Terry und Carter übernahmen das Scoring, und konnten so das Spiel ungefährdet nach Hause bringen. Topscorer der Mavs war einmal mehr Nowitzki, der am Ende auf 27 Punkte kam – allein acht davon im Schlussabschnitt.

Beachtlich war aber auch die Leistung von Jason Kidd, der mit neun Punkten, zehn Rebounds und zwölf Assists nur denkbar knapp an einem Triple-Double vorbeirutschte. Bei den Warriors, die auf Guard Stephen Curry und Center Andrew Bogut verzichten mussten, war David Lee mit 30 Punkten der erfolgreichste Schütze auf dem Parkett.

Dallas konnte sich mit dem Sieg im Kampf um die letzten Playoff-Plätze wieder einen kleinen Vorsprung gegenüber den Verfolgern aus Utah und Phoenix herausspielen. Die Utah Jazz liegen jetzt zwei Spiele hinter den Mavericks, während Phoenix ein weiteres halbes Spiel dahinter rangiert.

Einen Heimvorteil in der ersten Runde werden die Mavericks allerdings nicht mehr erspielen können, liegen die Los Angeles Clippers doch bei noch acht ausstehenden Spielen vier Siege vor den Mavs auf Platz vier. Weiter geht es für die Mavericks morgen in Portland bei den Trail Blazers, die aufgrund einer Hüftoperation auf All-Star LaMarcus Aldridge verzichten müssen, bevor es am Sonntag zum Duell mit den Los Angeles Lakers kommt.

Es geht auch mit einem halben MVP

Natürlich wurde nicht nur in Kalifornien Spitzenbasketball gespielt. So empfingen zum Beispiel die Chicago Bulls den Rivalen um die Vorherrschaft in der Eastern Conference, die Miami Heat. In einem äußerst engen Spiel konnten sich die Bulls am Ende einen 96:86-Sieg nach Overtime sichern und sich damit in die Pole Position für den Sieg in der Regular-Season-Serie bringen.

Zwar konnte Chicago wieder auf MVP Derrick Rose zurück greifen, der in den letzten Wochen 13 von 15 Spielen verpasst hatte, doch das es auch ohne Rose geht, bewiesen die Bulls heute einmal mehr eindrucksvoll. Rose kam in 25 Minuten auf nur zwei Punkte und verwarf zwölf seiner 13 Wurfversuche. In die Bresche sprangen für den Spielmacher Carlos Boozer mit 19 Punkten und elf Rebounds sowie die Ersatzspieler Kyle Korver, der mit 17 Punkten sowie fünf von sechs verwandelten Dreiern glänzte, und CJ Watson, der als Rose-Vertreter auf 16 Punkte kam und während seiner Zeit auf dem Feld eine Bilanz von +38 Punkten für sein Team zu verantworten hatte.

Bei der Heat, die damit in zwei von drei Duellen gegen die Bulls unterlegen waren und nun dringend das vierte Spiel der beiden Teams in einer Woche gewinnen müssen, um den direkten Vergleich nicht abzugeben, waren Lebron James mit 30 sowie Dwyane Wade mit 21 Punkten die erfolgreichsten Werfer. Nur sieben Punkte von der Ersatzbank gegenüber 47 bei Chicago sowie die Unfähigkeit, in der Overtime mehr als 2 Punkte zu erzielen, brachen dem letztjährigen Finalisten allerdings das Genick.

San Antonio – Memphis 4:0

Und auch in San Antonio wurde eine Rechnung beglichen. Nachdem die Spurs in der letzten Saison noch als Top-gesetztes Team in der ersten Runde der Playoffs an den Memphis Grizzlies gescheitert waren, konnte sich die Heimmannschaft heute mit einem 107:97 gegen Memphis die Serie mit 4:0 sichern und vor allem sich selbst beweisen, dass das Aus im letzten Jahr nur ein Unfall war – und auf die Verletzung von Manu Ginobili zurückzuführen sein dürfte.

Bei San Antonio, das nach wie vor mit den Oklahoma City Thunder um den Top-Seed im Westen streitet, war einmal mehr Altmeister Tim Duncan der überragende Mann. Duncan, einer der besten 30 Schützen aller Zeiten, kam am Ende auf einen Saisonbestwert von 28 Punkten sowie 12 Rebounds. Bei Memphis konnten zwar sechs Spieler zweistellig punkten, doch in den entscheidenden Phasen setzte sich die Routine der Spurs gegen phasenweisen Leichtsinn der Grizzlies durch.

Oliver Stein

sportal.de / sportal

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