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NFL: Brady wirft über 500 Yards bei Patriots-Sieg - Kick-Rekord für Janikowski

Während Sebastian Janikowski mit einem eingestellten NFL-Rekord beim Raiders-Sieg in Denver brillierte, standen die Quarterbacks bei den zwei Begegnungen unter Divisionsrivalen im Mittelpunkt. Tom Brady verbuchte eine persönliche Bestmarke, Chad Henne rehabilitierte sich ein Stück – nur Kyle Orton wurde ausgepfiffen.

Tom Brady hat gleich zu Beginn die Machtverhältnisse in der AFC East klargestellt: Er führte die New England Patriots zu einem 38:24 bei den Miami Dolphins und stellte nebenbei noch eine persönliche Bestmarke mit 517 Yards auf, zudem kam er auf vier Touchdowns.

Damit warf er sich in die Top Fünf der Quarterbacks mit den meisten gepassten Yards in einem Spiel, die von Norm van Brockling angeführt wird, der 1951 als Spielmacher der Los Angeles Rams auf 554 Yards kam.

"Das ist doch verrückt", zitierte bostonherald.com Wide Receiver Matt Slater, der von Brady mit einem langen Pass über 46 Yards bedient wurde und der einer von acht Passempfängern war. "Das ist wie in einem Videospiel. Ich glaube es ist sogar in einem Videospiel unmöglich." Die Leistung seines Spielmachers konnte auch nicht durch die Tatsache geschmälert werden, dass er durch einen abgefälschten Wurf seine erste Interception nach 358 Passversuchen hinnehmen musste.

Lieblingsziel Bradys war einmal mehr Wes Welker, der auf insgesamt 160 Yards und zwei gefangene Bälle in der Endzone kam. Der zweite Welker-Touchdown, von Brady an der eigenen Ein-Yard-Linie geworfen, schlug sich dabei nicht nur mit 99 Yards in den Statistiken nieder, sondern sorgte dazu für die klare 38:17-Führung und beendete jegliche Hoffnungen Miamis.

Koppen mit gebrochenem Knöchel

Die gute Laune der Patriots dämpfte allerdings ein gebrochener Knöchel von Center Dan Koppen, der seit 2003 der Mann vor Brady ist. Hoffnung, dass Koppen trotz der Verletzung noch in dieser Saison wieder auf dem Platz steht, machten die ersten Röntgenaufnahmen, die laut Boston Herald einen glatten Bruch ohne Komplikationen zeigten.

Dabei hatte die Offensive Line bereits vor dem Auftakt mit Verletzungen zu kämpfen gehabt: Sebastian Vollmer fehlte aufgrund einer Rückenverletzung, wurde von Rookie Nate Solder jedoch glänzend vertreten.

Henne überrascht

Miami dürfte sich aufgrund der Ausnahme-Leistung Bradys lange grämen. In der Defensive wartet auf Coordinator Mike Nolan allerdings noch ein hartes Stück Arbeit, wie Brady eindrucksvoll demonstrierte. Andererseits werden die Gegner nicht immer einem sicheren Hall of Famer wie Brady gegenüberstehen.

In der Offensive überraschte der umstrittene Quarterback Chad Henne seine zahlreichen Gegner unter den Dolphins-Fans sogar, indem er zunächst per Lauf für die 7:0-Führung sorgte und sich später per Pass noch für den 14:14-Ausgleich verantwortlich zeigte. Der darauf allerdings folgenden Brady-Show hatte er am Ende nur noch einen Touchdown-Pass auf Reggie Bush zur Ergebniskosmetik entgegenzusetzen. Insgesamt brachte er es auf achtbare 416 Yards.

Pfiffe für Orton, Rekord für Janikowski

Während Henne eine solide Leistung zum Auftakt bot, musste sich ausgerechnet der Mann, den die Dolphins-Fans noch vor Kurzem gefordert hatten, in seinem ersten Spiel von den eigenen Fans auspfeiffen lassen. Kyle Orton von den Denver Broncos konnte es den Anhängern beim 20:23 gegen den Divisionsrivalen Oakland Raiders auch mit einer späten Aufholjagd nicht recht machen.

Schließlich hatte nicht er, sondern Kicker Matt Prater und Punt Returner Eric Decker über weite Strecken des Spiels dafür gesorgt, dass Oakland trotz eines erfolgreichen Touchdown-Passes von Jason Campbell auf Marcel Reece und dreier Field Goals von Sebastian Janikowski vor dem Schlussviertel nur mit 13:16 führten.

Janikowski Traum erfüllt sich

Janikowskis dritter Punktgewinn bei auslaufender Uhr zur Halbzeit war für die Broncos dabei doppelt schmerzhaft, traf dieser doch aus 63 Yards und egalisierte damit einen NFL-Rekord, den Ex-Denver-Kicker Jason Elam und Tom Dempsey von den New Orleans Saints gehalten hatten.

"Ich hatte einen Traum, dass ich den Rekord hier in Denver brechen würde", zitierte insidebayarea.com Janikowski. "Hier fliegt der Ball einfach sehr weit", erklärte er weiter in Anspielung auf die Höhenlage in den Rocky Mountains.

Keine Laufverteidigung = kein Sieg

Doch nicht alleine Ortons fehlender Wurfkraft oder Janikowskis guten Fuß war die Niederlage der Broncos geschuldet. Die alten Schwächen fehlendes Laufspiel und vor allem fehlende Laufverteidigung zeigten sich auch im ersten Spiel unter Coach John Fox deutlich. So ließ Denvers Defense 150 Yards am Boden durch Darren McFadden und zudem den entscheidenden Touchdown-Lauf von Campbell zum 23:13 zu, während die eigenen Running Backs auf magere 38 Yards kamen.

Orton, der nun einmal mehr den umstrittenen Tim Tebow im Nacken spüren dürfte, konnte die Anhänger mit einem späten Touchdown-Pass auf Lance Ball zum 20:23-Endstand ebenfalls nicht versöhnen. Auf Fox und Orton warten bereits nach dem ersten Spiel turbulente Zeiten.

Sven Kittelmann

sportal.de / sportal

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