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Regierungschef Scott Morrison Australiens Premier "zum Gespött auf Weltbühne" gemacht? Rücktrittsforderungen werden laut

Novak Djokovic: Fall machte laut Opposition Australiens Premier zu "Lachnummer"
Als Australiens Premier Scott Morisson (Foto) in den Fall Novak Djokovic eingriff, habe er Australien "auf der Weltbühne zum Gespött gemacht"
© Lukas Coch / AAP / DPA
Das Hin und Her um Australiens Visumsvergabe an Tennis-Spieler Novak Djokovic erreicht nun auch die Politik. Mit der Senatorin Kristina Keneally fordern nun erste Oppositionsstimmen, dass Regierungschef Scott Morrison politische Konsequenzen aus dem Fall zieht.

Juristisch scheint der Fall Novak Djokovic in Australien entschieden. Seine Teilnahme an den Australian Open 2022 ist wegen seines unklar gebliebenen Impfstatus nicht möglich. Der Weg zu dieser Entscheidung jedoch wirft innerhalb und außerhalb Australiens Fragen auf. Wie konnte ein rechtlich überschaubarer Fall derart große Schwierigkeiten verursachen? Die Reaktionen australischer Politiker auf den Fall könnten jedenfalls unterschiedlicher nicht sein.

Australiens Politik reagiert auf den Fall Novak Djokovic

Australiens Premierminister Scott Morrison hat die Gerichtsentscheidung gegen Tennis-Star Novak Djokovic in einem ersten Statement begrüßt. "Jetzt ist es an der Zeit, mit den Australian Open weiterzumachen und wieder den Tennis-Sommer zu genießen", schrieb der Regierungschef am Sonntag bei Facebook. Kurz zuvor hatte das Bundesgericht Djokovics Einspruch gegen die Annullierung seines Visums zurückgewiesen. Der 34-Jährige muss Australien verlassen und wird nicht an dem am Montag beginnenden Turnier teilnehmen.

Die Entscheidung sei aus Gründen der "Gesundheit, Sicherheit und der Ordnung" gefallen, schrieb Morrison. Es sei "im öffentlichen Interesse" geschehen. "Starke Grenzen sind für die australische Lebensweise von grundlegender Bedeutung – genauso wie die Rechtsstaatlichkeit."

Ob der zitierten Rechtsstaatlichkeit in Australien jedoch tatsächlich Genüge getan wurde, bezweifeln einige australische Oppositionspolitiker. So meldete sich die Senatorion Kristina Keneally via Twitter und postete: "Herr Morrison hat sich durch eine lange Reihe von Misserfolgen auf der Weltbühne zum Gespött gemacht, als er und seine Regierung in den Fall von Novak Djokovic eingriffen. Damit wurden die australischen Grenzsicherheitsgesetze untergraben und der Anti-Impfbewegung wurde Vorschub geleistet."

Die britische BBC zitiert Keneally zusammenfassend mit: "Dieses Durcheinander ist kein Versagen unserer Gesetze. Es ist ein Versagen der Kompetenz und Führung der Regierung Morrison. Es ist Zeit für Mr. Morrison zu gehen." 

Berufungschancen gering

Die Teilnahme an den Australian Open in Melbourne, die Djokovic bereits neun Mal gewonnen hat, bleibt nun dem ersten der Weltranglistenerste verwehrt. Djokovic wollte bei dem Turnier als erster Tennisspieler überhaupt den 21. Grand-Slam-Titel holen. Einem Bericht der Nachrichtenagentur AAP zufolge wäre eine Berufung vor dem High Court, dem höchsten Gericht Australiens, möglich gewesen. Die Erfolgschancen waren aber ohnehin gering.

km

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