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Nowitzki überragend: 12 Punkte in 101 Sekunden

Gegen die Toronto Raptors lag Dallas bereits mit 24 Punkten zurück, als der deutsche NBA-Star Dirk Nowitzki die spektakulärste Aufholjagd in der Vereinsgeschichte der Mavericks einleitete.

Dirk Nowitzki hat die größte Aufholjagd der Dallas Mavericks mit seiner besten Wurfausbeute der Saison zum 105:99 gegen die Toronto Raptors gekrönt. Dank unglaublicher Treffsicherheit gelangen dem Kapitän der "Mavs" am Dienstag (Ortszeit) in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA allein in den letzten 101 Sekunden des Schlussviertels mit vier Dreiern zwölf Punkte. Mit insgesamt 32 Zählern verwandelte der 29-jährige Kapitän vor 20 272 faszinierten Zuschauern im American Airlines Center einen 24-Punkte- Rückstand in regulärer Spielzeit noch in den sechsten Heimsieg in Serie.

"Dirk hat gar nicht nachgedacht, ließ den Ball nur fliegen und hatte unglaublichen Spaß", schwärmte Trainer Avery Johnson vom atemberaubenden Auftritt des Würzburgers, der von den NBA-Profis zum "wertvollsten Spieler" (MVP) der vergangenen Saison gewählt worden war. Bisher hatte "Dirkules" im Schatten dieser höchsten Auszeichnung gestanden und lediglich eine Quote von sechs Dreiern bei 17 Versuchen in der jungen Saison vorgelegt. Aber gegen die völlig entnervten Raptors traf er vier von sechs.

"Dirk war sensationell und furchteinflößend zugleich. Wir haben immer auf diese Würfe gewartet. Und sie kamen genau zu dem Zeitpunkt, als wir sie dringend benötigten", lobte Teamkollege Devin Harris (19 Punkte) den deutschen "Überflieger", der das von ihm selbst noch "lang vermisste Wurfgefühl" wiedergefunden hat. "Das Team hat mich immer wieder angefeuert, mehr zu werfen. Sie haben großes Vertrauen in mich, obwohl ich bisher kaum den richtigen Rhythmus gefunden habe", meinte der oft wortkarge Mainfranke nach dem "wilden Finish".

49:25 führte Toronto schon nach gut 14 Minuten, in denen Nowitzki gar nicht im Spiel war. Wenigstens Harris gelangen nach einer dringend notwendigen Auszeit bis zum 41:55-Halbzeitstand noch zwölf Punkte in Serie für Dallas. Bereits im Februar 2006 hatte Toronto im Match gegen Dallas mit 24 Punkten geführt, bis die Texaner - allerdings erst in der Verlängerung - noch die Partie gewinnen konnten.

Doch das war nach dem sensationellen Zwischenspurt von Nowitzki

mit 18 Punkten bis zur imponierenden 78:72-Führung nach 30 Minuten nicht notwendig. Mit größter Besonnenheit steuerte der Kapitän die immer selbstsicherer werdende Dallas-Crew in den "rettenden Hafen". Neben Nowitzki und Harris war Jason Terry (19) maßgeblich am achten Erfolg beteiligt. Dallas (8:2 Siege) blieb in eigener Halle weiter ungeschlagen und schob sich hinter Titelverteidiger San Antonio Spurs (9:2) auf Platz zwei in der Southwest Division der Western Conference.

Meister San Antonio hielt sich in Atlanta mit 95:83 gegen die Hawks schadlos und profitierte einmal mehr von der Wurfgenauigkeit Tony Parkers (31 Punkte). Gastgeber New York Knicks kassierte beim 82:108 gegen die Golden State Warriors die siebte Niederlage in Serie und blieb auf dem letzten Platz in der Atlantic Division. Die Los Angeles Lakers demontierten in Indiana die Pacers 134:114. Kobe Bryant (32) war bei der höchsten Niederlage der Pacers seit März 2001 der erfolgreichste Lakers-Werfer.

DPA/kbe

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