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Olympische Sommerspiele: Update für Olympia

IOC-Präsident Jacques Rogge will die olympischen Sommerspiele reformieren. Dabei stehen unpopuläre Sportarten und auch Traditionsdiziplinen zur Diskussion.

Drei Wochen vor der Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Singapur hat Jacques Rogge seinen Willen zur Veränderung des Programms von Sommerspielen bekräftigt. "Ich bekenne mich dazu, dass Sportarten ausgetauscht werden sollten", sagte der belgische IOC-Präsident in einem Interview mit der "Berliner Zeitung". "Wir brauchen eine Evolution, keine Revolution."

In Singapur wird über jede einzelne der 28 olympischen Sportarten abgestimmt. Zum Verbleiben im Programm der bei der kommenden Vollversammlung vergebenen Spiele 2012 ist jeweils eine Mehrheit von über 50 Prozent notwendig. Nur wenn Sportarten durch die Mitglieder des IOC herausgewählt werden, können aus dem Kreis der fünf Reservesportarten Golf, Rugby, Squash, Karate und Inline-Skating Nachrücker hinzugewählt werden. Traditionsreiche Disziplinen wie Gewichtheben und Ringen sowie Amateurboxen und Moderner Fünfkampf leiden an einem Popularitätsschwund und stehen zumindest zur Diskussion.

Die jüngeren Generationen hätten ein "ganz anderes Sportverständnis". Sie liebten andere Sportarten. "Darauf müssen wir reagieren, um die Spiele auf Dauer attraktiv zu machen. Das ist keine Frage einer kurzfristigen, brutalen Veränderung, das ist ein sehr langfristiger Prozess", sagte Rogge. Jedoch dürfe das IOC niemand ausschließen, "nur weil er Geld verdient. Wir wollen die Besten. Sonst hätten wir bald ein Niveau des Anonymen erreicht".

Er respektiere die Gegenwehr der 28 Verbände. "Ich kann verstehen, wenn sich Leute zerreißen, um ihren Status zu erhalten", sagte Rogge. Die in dem Verband AGFIS organisierten olympischen Sommersport- Verbände hatten jüngst bei einer außerordentlichen Sitzung in Genf an die 116 IOC-Mitglieder appelliert, keine Veränderung an dem Programm vorzunehmen. Das IOC hat in seinen Statuten die Beteiligung an den Olympischen Spielen mit 28 Sportarten, 300 Medaillen-Wettbewerben und maximal 10.500 Sportlern festgeschrieben.

DPA / DPA

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