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Radsport Marcel Kittel gewinnt die ersten drei Etappen der Polen-Rundfahrt


Es scheint das Jahr des Marcel Kittel zu werden - seinen fünf Siegen in unteren Klassen folgten gleich drei Meisterstücke auf den ersten drei Etappen der Tour de Pologne.

Sieben Saisonsiege hatte Marcel Kittel bereits eingefahren, ehe er ihm auf den ersten drei Etappen der Hattrick bei der Tour de Pologne glückte. Mit diesen ersten drei WorldTour-Erfolgen ist er endgültig in die Riege der deutschen Top-Sprinter aufgestiegen.

"Das werde ich immer in Erinnerung behalten", sagte Kittel und baute durch den Sieg auf dem Teilstück von Bedzin nach Kattowicze seinen Vorsprung im Kampf um das Gelbe Trikot des Gesamtführenden weiter aus. Er liegt nun in der Gesamtwertung 17 Sekunden vor dem Polen Adrian Kuriek.

Fast schon aufreizend dominant war er der Konkurrenz davongesprintet und hatte unter anderem Heinrich Haussler - immerhin Tour-Etappensieger 2009 - das Hinterrad gezeigt. "Dass es so gut läuft, hat mich auch überrascht", räumte Kittel ein. "Aber am Ende bin ich natürlich auch nicht böse drüber." Haussler liegt mit 24 Sekunden Rückstand auf den Shimano-Fahrer auf Rang fünf.

Vater als Vorbild

Der Thüringer, von Erik Zabel schon vor Monaten als "außerordentliches Talent" gelobt, muss schmunzeln, wenn er an seine Anfänge und seine besondere Beziehung zur Tour de Pologne denkt. Vater Matthias Kittel war 1982 selbst bester Sprinter in Polen. "Ich habe zu ihm gesagt: 'Du hast vorgelegt, jetzt zieh' ich nach'", scherzte Kittel junior.

Mittlerweile ist dem sympathischen Youngster, der im Frühjahr vier Etappen bei den renommierten "Vier Tagen von Dünkirchen" und die Premiere des ProRace in Berlin gewonnen hatte, auch der Sprung in einen Elite-Rennstall und zur Frankreich-Rundfahrt zuzutrauen. "Irgendwann will ich da natürlich an den Start gehen", sagte Kittel. "Da deutet sich eine neue Radfahrer-Generation an", hatte Zabel in Berlin unterstrichen.

"Familiäre Atmosphäre" im Team

Dennoch verlängerte Kittel jüngst beim zweitklassigen Team Skil-Shimano bis 2013. "Ich fühle mich hier sehr wohl", begründete er seine Entscheidung, "das ist fast schon eine familiäre Atmosphäre." Der Wohlfühlfaktor könnte auch Patrick Gretsch überzeugt haben: Der 24-Jährige wechselt 2012 von HTC zu Skil, wie das Team mitteilte.

Kittel spricht von Nachhaltigkeit und behutsamem Aufbau seiner Karriere. "Die Mannschaft hat sich zum Ziel gesetzt, junge Talente zu entdecken und zu fördern", erklärte er. "Ich habe ein gutes Gefühl." Dass das niederländische Team nicht zur Tour eingeladen worden war, scheint ihn nicht zu wurmen. Die Frankreich-Rundfahrt biete nicht nur Chance, sondern sei auch gefährlich. "Wenn ein junger Fahrer zu früh große Rennen fährt, dann ist der Ofen nach einem Jahr oft schon aus."

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