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Rodeln: Hüfner holt WM-Gold, Loch schrammt am Titel vorbei

Rodel-Olympiasiegerin Tatjana Hüfner hat den dritten WM-Titel ihrer Karriere eingefahren. Dagegen verpasste Felix Loch knapp den erhofften Titel-Hattrick - er musste einem alten Hasen den Vortritt lassen.

Saisonkrönung für Tatjana Hüfner, WM-Silber für Felix Loch: Trotz einer "Freiflugeinlage" hat Rodel-Olympiasiegerin Hüfner ihre Ausnahmestellung auch bei den Weltmeisterschaften im italienischen Cesana unter Beweis gestellt und ihren dritten WM-Titel perfekt gemacht. Knapp ein Jahr nach dem Gold-Coup von Vancouver fuhr die Seriensiegerin dieses Winters am Samstag zu ihrem dritten Titel nach 2007 und 2008.

Olympiasieger Loch verpasste dagegen den erhofften WM-Hattrick knapp und musste sich hinter dem italienischen Ausnahmefahrer Armin Zöggeler mit Silber begnügen. "Passt schon! Ich kann mit Silber gut leben", äußerte sich der 21 Jahre alte Berchtesgadener aber dennoch zufrieden. Andi Langenhan holte wie schon 2008 Bronze. Weniger gut lief es bei den Doppelsitzern: Tobias Wendl und Tobias Arlt stürzten im ersten Lauf und mussten sich frühzeitig von ihren Medaillenträumen verabschieden.

"Ich bin überglücklich, dass der WM-Titel heute herausgekommen ist", sagte die 27 Jahre alte Oberwiesenthalerin erleichtert. Auf dem Weg zum erneuten WM-Coup hatte Ausnahmerodlerin Hüfner im ersten Lauf eine Schrecksekunde zu überstehen, als sie nur mit Mühe verhindern konnte, dass ihr Schlitten quer stand. Bestzeit war es trotzdem. Im zweiten Durchgang präsentierte sich Hüfner aber gewohnt nervenstark und fuhr einen souveränen Sieg vor Teamkollegin Natalie Geisenberger ein. "Ich habe noch ein mulmiges Gefühl im Magen. So eine Freiflugeinlage macht man nicht gerne", gestand Hüfner.

"Das hat mich schon gewurmt und Nerven gekostet. Ich musste mich vor dem zweiten Lauf ganz schön zusammenreißen", sagte die 27- Jährige. "Ich bin froh, dass ich im zweiten Lauf gezeigt habe, dass ich auch gerade runterfahren kann", sagte sie und fand nach dem Triumph auch schnell ihr Lachen wieder. Bundestrainer Norbert Loch lobte seine Ausnahmeathletin: "Man hat gesehen, dass sie Extra-Klasse ist." Altmeister Patric Leitner formulierte es drastischer: "Du bist ein Killer. Unglaublich!", sagte der Doppelsitzer-Olympiasieger von 2002 und herzte Hüfner innig.

Geisenberger, hinter der die Kanadierin Alex Gough mit Bronze ihren deutschen Coach Wolfgang Staudinger zu Tränen rührte, war mit ihrem dritten WM-Silber in Serie zufrieden. "Silber - so schlecht ist das ja nicht", sagte die Miesbacherin. Anke Wischnewski wurde Fünfte, WM-Debütantin Carina Schwab belegte einen starken sechsten Platz.

Im Dauer-Duell mit Lokalmatador Zöggeler zog Loch auf der Olympia- Bahn von 2006 erstmals seit drei Jahren wieder den Kürzeren gegenüber dem 37 Jahre alten Routinier. Zöggeler, der an der Stätte seines zweiten Olympia-Triumphes noch ungeschlagen ist, lag im ersten Lauf noch knapp hinter seinem 16 Jahre jüngeren Kontrahenten. Im entscheidenden Durchgang zauberte der Südtiroler aber eine Traumfahrt in den Eiskanal und übertrumpfte Loch.

Langenhan fing im zweiten Lauf noch den Olympia-Zweiten David Möller ab und holte sein zweites WM-Edelmetall. "Hier eine Medaille zu machen, ist grandios", freute sich der Thüringer. Möller als Vierter und Jan Eichhorn als Siebter komplettierten den starken Auftritt der deutschen Männer.

kbe/DPA

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