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Rodeln: Nachwuchs-Blitz im Eiskanal

Als jüngster Weltmeister der Rodel-Geschichte ist Nachwuchsfahrer Felix Loch bei der WM in Oberhof sensationell zu Gold gefahren. Nach zwei Junioren-Weltmeistertiteln stahl der erst 18 Jahre alte Berchtesgadener der versammelten Weltelite die Schau. Auch auf den Plätzen dominierten Deutsche.

Nachwuchsfahrer Felix Loch hat bei der Heim-Weltmeisterschaft der versammelten Weltelite die Schau gestohlen und sich mit seinem Sensationssieg als jüngster Weltmeister in den Rodel- Annalen verewigt. "Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich gewinne. Aber auf einmal stand die 1 da oben. Das ist Wahnsinn", jubelte der erst 18 Jahre alte Rennrodler aus Berchtesgaden nach seinem Gold-Coup in Oberhof. Der zweimalige Junioren-Weltmeister verhinderte mit seinem Überraschungssieg auch den dritten WM-Erfolg von Lokalmatador David Möller, der sich mit Silber begnügen musste. Andi Langenhan aus Zella-Mehlis als Dritter machte, wie schon am Freitag die Frauen, den deutschen Dreifacherfolg perfekt.

Loch reckte bei seiner Zieldurchfahrt die Fäuste in den blauen Himmel, fiel Bundestrainer Thomas Schwab in die Arme und wollte mit dem Kopfschütteln gar nicht mehr aufhören. "Einfach noch mal runter, dann passt das schon", habe er sich nach seiner überraschenden Führung nach dem ersten Lauf gedacht. Tatsächlich bewies Junior Loch Nervenstärke wie ein Routinier und brachte seinen Sieg in 1:30,643 Minuten mit knappem Vorsprung ins Ziel. "Dass er so die Ruhe bewahren kann, ist aller Ehren wert", zollte Altmeister Georg Hackl dem 18- Jährigen Respekt. "Wir werden noch viel Freude an ihm haben."

Lochs Großeltern standen beim Gratulations-Marathon ganz vorn auf der Liste des begeisterten Surfers, der sein Glück auch lange nach dem Zieleinlauf noch nicht fassen konnte. "Unter den ersten Sechs hätte ich schon als optimal empfunden." Vater Norbert, als bayerischer Landestrainer maßgeblich für den Erfolg seines Sohnes verantwortlich, vernahm die frohe Botschaft vom Sensations-Gold im fernen Kanada. "Ich kann es nicht glauben", meinte er.

Optimaler Auftritt der deutschen Männer

Der zuletzt mit einer Fingerverletzung kämpfende Möller nahm die Niederlage gegen seinen Teamkollegen gelassen. "Felix ist unbeschwert gefahren. Ich bin über meinen zweiten Platz weder traurig noch enttäuscht", sagte der Sonneberger und übergab dem acht Jahre jüngeren und ebenfalls in Sonneberg geborenen Loch sein Weltmeister-Trikot. Wunschlos glücklich war Langenhan über WM-Bronze: "Eine Medaille ist sensationell. Ich bin überwältigt." Der 23-Jährige hatte sich erst auf den letzten Drücker für die WM auf seiner Heimbahn qualifiziert. Als Vierter komplettierte der Vorjahres-Dritte Jan Eichhorn (Oberhof) den optimalen Auftritt der deutschen Männer.

Mit ihrem Formationsflug degradierten die deutschen Männer die internationalen Konkurrenten zu Statisten, auch der zweimalige Olympiasieger Armin Zöggeler (Italien) hatte als Fünfter mehr als eine halbe Sekunde Rückstand. "Das ist ein besonderer Moment für mich" gestand Bundestrainer Thomas Schwab nach dem tollen Auftritt seiner Schützlinge. Die Zukunft hatte derweil bereits Loch im Blick, der am Montag zur Junioren-WM nach Lake Placid aufbricht. "Dort findet im kommenden Jahr ja auch die WM der Großen statt."

Michael Fox und Uwe Jentzsch/DPA / DPA

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