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SALT LAKE CITY: Hoffnung für Dopingsünder Oelsner

Der am Freitag voriger Woche nach seinem Biathlon-Sieg positiv getestete Athlet Thomas Oelsner hat wieder Hoffnung. In der Medaillenwertung liegt Deutschland nach 71 von 92 Entscheidungen unverändert in Führung.

Dopingsünder Thomas Oelsner hat am Tag seiner Abreise aus Salt Lake City einen ersten Hoffnungsschimmer am Horizont gesehen. »Wir haben nicht nur emotionale Gründe, um Thomas zu glauben«, erklärte Andreas Schmidt, der Teamarzt der deutschen Paralympics-Mannschaft. »Wir wollen auch für die absolut nicht plausiblen Abläufe bei seinem Dopingfall die objektiven Gründe erbringen«. Der Freiburger Medizin-Professor möchte beim Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) zumindest eine Reduzierung der zweijährige Wettkampfsperre erreichen.

Zuerst positiv getestet

Der am Freitag voriger Woche nach seinem Biathlon-Sieg auf das anabole Steroid Methenolon positiv getestete Athlet vom WSV Oberhof wäre gern am Sonntag mit den anderen zurückgeflogen. Doch das wollte Oelsner dem »Super-Team« nicht antun, das sich in einer beeindruckenden Geschlossenheit hinten ihn gestellt hat.

A-Probe war negativOelsner will weitermachen

Oelsner, dessen linker Arm seit einem Motorradunfall vor zehn Jahren gelähmt ist, wird sich nun erst einmal in sein Studium knien, das er im nächsten Februar als Grundschullehrer abschließen will. Sein ursprüngliches Ansinnen, nach den Winterspielen in der Mormonen-Metropole die sportliche Karriere zu beenden, hat er wieder verworfen: »Ich muss weitermachen, denn unter diesen Umständen kann ich ja nicht aufhören.«

Seinen geplanten Trip nach Las Vegas hat Oelsner gestrichen. In der Welthauptstadt des Entertainments wollte der erste Dopingsünder der Winter-Paralympics »nach dem Unfassbaren der letzten Tage« endlich wieder einmal auf andere Gedanken kommen. Doch statt in die Wüste flog der Thüringer nach Hause. Wann er wo genau eintreffen wird, gab jedoch weder er noch jemand aus der Team-Leitung preis. Nur eines stand fest: Oelsner wollte vor der deutschen Mannschaft, die in der Medaillenwertung nach 71 von 92 Entscheidungen unverändert in Führung lag, in der Heimat eintreffen.

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