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Schulz-Interview: "Warum nicht nochmal Klitschko?"

Axel Schulz fiebert seinem Comeback-Kampf am Samstag in Halle/Westfalen entgegen. Im stern TV-Interview erzählt der Boxer, warum er wieder in den Ring steigt und dass der Name Klitschko noch immer in seinem Kopf herumschwirrt.

Wie ist es nach der Vorbereitung in Florida wieder in Deutschland zu sein?
Das ist einfach ein schönes Gefühl, zum Ersten, wieder zu Hause zu sein und zum Zweiten, die harte Trainingsphase abgeschlossen zu haben.

Warum das Comeback?


Ich wollte es mir selbst noch einmal beweisen. Ich habe mit 31 zum richtigen Zeitpunkt aufgehört, aber immer wieder darüber nachgedacht: Mensch bist du nicht zu jung? Und dann kam der Entschluss, es noch einmal zu probieren. Nicht, dass ich später wieder sage, ich fang mit 40 wieder an.

Nun melden sich auch jede Menge Kritiker zu Wort. Was antworten Sie den Leuten, die sagen: Der Schulz macht das doch nur des Geldes wegen.
Für mich ist entscheidend, dass ich es für mache! Wenn einer sachlich Kritik anbringt, dann ist das auch OK.

Gilt das auch, wenn die Leute sagen, der ist zu alt?


Ach, da gibt es andere Beispiele. Ich möchte mich jetzt nicht in eine Schublade drücken, aber zum Beispiel George Foreman, der ist mit 45 noch einmal Weltmeister geworden. Das ist natürlich Klasse. Ich glaube, zu alt zu sein, das Argument ist Quatsch.

Was hat die Familie, was haben Freunde zum Comeback gesagt?


Richtige Freunde standen dahinter, die haben gesagt, das ist Dein Leben. Dann gibt es natürlich ein paar die dagegen waren, von denen ich mich aber nicht losgelöst habe, weil jeder hat seine eigene Meinung, aber die ich dann überzeugen musste und das war schon ein Stück Arbeit.

Wie ist die Anspannung so kurz vor dem Kampf?


Ich muss schon sagen, dass ich die Tage jetzt zähle, aber das war auch in Florida so. Das war eine sehr lange und eine sehr harte Vorbereitung, die jetzt zum Abschluss kommen muss.

Wie ist Ihre Form im Vergleich zu dem Kampf gegen Wladimir Klitschko?
Der Vergleich ist Quatsch, weil ich damals 31 war und jetzt bin ich 38. Früher habe ich das gemacht, weil ich's halt irgendwo machen musste, jetzt will ich es einfach machen und das ist natürlich ein riesiger Unterschied. Es hat sich einfach die ganze Einstellung geändert. Ich sehe es wirklich als letzte sportliche Chance. Wenn ich den Kampf versiebe, brauche ich nicht mehr darüber nachzudenken. Nach dem Klitschko-Kampf hatte ich es bis oben dicht. Das war kein schöner Kampf und ich hab’s da so auf die Fresse gekriegt, wie noch nie im meinem Leben. Das war der richtige Moment, um aufzuhören. Meine Berater haben damals gesagt, mach' den Kampf nicht, mach' lieber noch zwei Aufbaukämpfe. Ich wollte aber die Entscheidung für mein Leben.

Welche Vorteile haben Sie heute im Gegensatz zu früher?
Ich bin nicht der Favorit, der in den Kampf reingeht. Im Training habe ich an verschiedenen Sachen gearbeitet, am Stand, an der Balance. Früher habe ich einfach aus den Armen heraus geschlagen, jetzt versuche ich mehr aus den Beinen zu kommen.

Könnte ein neuer Kampf gegen Klitschko ein Fernziel sein?


Na, warum nicht? Ich meine, er ist Weltmeister und wenn ich noch einmal die Chance bekommen könnte, um den Titel zu boxen, wäre ich ja bekloppt, wenn ich nein sagen würde. Trotzdem ist es völliger Schwachsinn, jetzt schon von der Weltmeisterschaft zu sprechen.

Was ist zu Ihrem Gegner zu sagen, was ist der Amerikaner Brian "The Beast" Minto für ein Typ?


Minto ist um die 1,80 Meter groß und ein Wühler, der muss allein durch seine körperlichen Voraussetzungen nach vorne gehen. Er hat eine sehr starke Führungshand und eine sehr starke Kondition. Er kann also über zehn Runden arbeiten und einem das Leben wirklich schwer machen.

Was ist wenn Sie den Kampf verlieren würden?


Wenn ich den Kampf verliere, hat sich das mit meinem Leistungssport erledigt.

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