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Alkoholabhängigkeit Hayden Panettiere über postnatale Depression: "Ich wollte nicht bei meiner Tochter sein"

Hayden Panettiere spricht in einem neuen Interview über ihre Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Heute ist sie clean
Hayden Panettiere spricht in einem neuen Interview über ihre Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Heute ist sie clean
© Imago Images
Hayden Panettiere enthüllt in einem neuen Interview ihre einstige Abhängigkeit von Alkohol und Drogen. Außerdem spricht die Mutter einer Tochter über ihre postnatale Depression.

Mit gerade einmal fünf Jahren hatte Hayden Panettiere ihre erste wiederkehrende Rolle im US-TV, in der Serie "Liebe, Lügen, Leidenschaft". Vier Jahre später war sie auf der großen Leinwand an der Seite von Jennifer Aniston und Paul Rudd in der Romcom "Liebe in jeder Beziehung" zu sehen. In Windeseile wurde das süße, blonde Mädchen bekannt und mauserte sich zum Kinderstar. In einem neuen Interview mit dem "People"-Magazin bezeichnet Panettiere die Zeit als "furchtbar": "Das würde ich nicht mal meinem ärgsten Feind wünschen."

Im Alter von 13 Jahren sei sie auf Partys gewesen, wo man ihr Alkohol ausgeschenkt habe. Die Leute, mit denen sie dort waren, hätten sie nicht beschützt, sondern seien selbst betrunken gewesen. Sie habe damals noch ein Leben abseits der Filmwelt gehabt und ihre Freunde hätten sich nicht so verhalten. "Ich wusste mit 12 oder 13, dass das zu viel ist für ein Kind." Aber sie habe versucht, sich an diese andere Welt anzupassen. Als sie 15 Jahre alt gewesen sei, habe es eine Person in ihrem Umfeld gegeben, die ihr "Glückspillen" gegeben habe. "Ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Ahnung, was Drogen waren, was Abhängigkeit bedeutete", so die heute 32-Jährige. 

Diese Zerrissenheit zwischen den unterschiedlichen Welten hätte dazu geführt, dass Hayden Panettiere nicht mehr wusste, wo sie dazugehört. "Ich habe andere Leute gesehen, die sich mit Alkohol selbst 'therapierten' und dann probiert man es – und es funktioniert", so die Schauspielerin. Zum Alkohol kam der gelegentliche Konsum von Opiaten hinzu. Das Verhaltensmuster habe sich in der Zeit eingeschlichen. Und als sie älter wurde, konnte sie fast nicht mehr ohne leben. "Es waren die Flasche und ich." 

Hayden Panettiere litt unter postnataler Depression: "Ich wollte nicht bei meinem Kind sein"

2012 ergatterte Panettiere die Rolle der Juliette Barnes in der TV-Serie "Nashville". Es schien ganz so, als hätten die Drehbuchautoren die Schauspielerin als Vorbild für die Figur genommen. "Ich war zehn Monate im Jahr in dieser Sendung gefangen, 12 bis 20 Stunden pro Tag in diesem sehr dramatischen Charakter, der dasselbe durchmachte wie ich im echten Leben." Denn beide teilten die Liebe zur Musik, genauso wie die Alkoholsucht und die postnatale Depression. 2104 wurde Panettiere von Box-Weltmeister Wladimir Klitschko schwanger und brachte im Dezember des Jahres Tochter Kaya auf die Welt. Doch anstatt danach im Baby-Glück zu schwelgen, befallen sie ungute Gefühle. Genauso wie Juliette nach der Geburt ihres Kindes auf dem Bildschirm, hält es die Darstellerin bei ihrem Kind nicht aus. "Ich hatte nie das Gefühl, dass ich meinem Kind etwas antun möchte, aber ich wollte auch nicht bei ihr sein. Es war einfach grau in meinem Leben."

In dem Interview spricht die Schauspielerin auch über das Ende ihrer Beziehung zum jüngeren Klitschko-Bruder: "Er wollte mich nicht um sich herum haben. Ich wollte mich nicht um mich haben. Aber mit Opiaten und Alkohol habe ich alles getan, um für einen Moment glücklich zu sein. Dann habe ich mich schrecklicher als zuvor gefühlt. Ich befand mich in einem Kreis der Selbstzerstörung." 2018 traf sie die Entscheidung ihre Tochter zum Vater in die Ukraine zu schicken. "Das war das Schwerste, das ich je tun musste. Aber ich wollte ihr eine gute Mutter sein – und manchmal bedeutet das loszulassen."

Dank eines Klinikaufenthalts ist der "Nashville"-Star endlich zufrieden

Irgendwann hatte sie sich Hilfe gesucht und acht Monate in einer Entzugsklinik verbracht. Die Therapie habe sie "sprichwörtlich aufgerissen und wieder zusammengesetzt". Dabei habe sie das Trauma erkannt, das das Herz ihrer Erkrankung sei. "Ich musste alles auseinandernehmen und es kamen Erinnerungen hoch, die ich unterdrückt hatte." Aber die Arbeit habe sich gelohnt, denn in der Klinik habe sie erstmals das Gefühl gehabt, zufrieden zu sein. "Ich habe erkannt, dass ich die Wahl habe, heute zu lachen, Spaß zu haben." 

Nach vier Jahren wird Hayden Panettiere im kommenden Jahr auf die Kinoleinwand zurückkehren. "Ich bin sehr aufgeregt", erklärte die Schauspielerin und das Lächeln breitet sich über ihr ganzes Gesicht aus.

Quelle: People

lsc

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