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SEGELN: Triumph in Grün

Es ist vollbracht. Die illbruck Challenge hat nach ihrer beeindruckenden Aufholjagd die zweite Etappe des Volvo Ocean Race gewonnen.

Die Sonne wirft ihr strahlendes Licht auf kleinen Wogen. Ein grüner Bug bricht das Wasser. Langsam und majestätisch schiebt sich ein gigantischer Mast mit großem weißen Segel vor die Kulisse des weltbekannten Opernhauses.

Es ist 11 Uhr, 22 Minuten und 26 Sekunden in Sydney. Genau in diesem Moment fährt die illbruck Challenge, unter frenetische Jubel zahlreicher Begleitboote, in das Ziel der zweiten Etappe des Volvo Ocean Race ein.

Das eindrucksvolle Bild, welches in diesem Augenblick die Augen der Betrachter verzaubert, wird der erbrachten Leistung der Crew aber dennoch nicht gerecht. Die Mannschaft hat in den vergangenen Wochen fast Unglaubliches vollbracht.

Aufholjagd vom letzten Platz

Schon in der ersten Nacht nach dem Start aus Kapstadt drohte das Aus. Durch ein Leck im Vorschiff liefen mehrere hundert Liter Wasser ins Boot. Der Schaden konnte behoben werden, aber die illbruck war abgeschlagen Letzter.

Kein Grund das Handtuch zu werfen. Das Team kämpfte sich Seemeile für Seemeile wieder heran. Eisberge und Stürme, nichts konnte die illbruck bei ihrer Aufholjagd stoppen. Auf den 6550 Seemeilen von Südafrikas Kap bis zu Australiens Metropole brachte die Hochseejacht im Schnitt 15 Knoten (mehr als 25 km/h) auf die Kiellinie.

Und das obwohl die Fahrt durch das Südpolarmeer, den Ruf als härteste der neun Etappen hat. Mastmann Jamie Kolb, der zuletzt seine angeschwollenen steifen Finger morgens kaum noch bewegen konnte, brachte es auf den Punkt: »Es war die Hölle.«

»Das ist schon fantastisch«

Angesichts dieser Leistung hatte selbst Skipper John Kostecki, der berechnende Stratege und Taktiker, nach der Einfahrt ins Ziel Tränen in den Augen. 22 Tage, 13 Stunden, 22 Minuten und 26 Sekunden standen dem Mann ins Gesicht schrieben.

»Das ist schon fantastisch, was die Jungs machen«, jubelte Firmenchef Michael Illbruck. Da er nicht nach Sydney kommen konnte, war er zuhause in Deutschland bis in die späte Nacht wachgeblieben, um seiner Mannschaft per Telefon zu gratulieren.

Image- und Sympathieträger

Freudestrahlend konnte das illbruck-Team dann die Familienmitglieder in die Arme schließen und sich gebührend feiern lassen. Die fast vier Jahre andauernde gewissenhafte Vorbereitung auf die Teilnahme am härtesten und größten Rennen um die Welt werden langsam belohnt. Die illbruck Challenge ist ein Image- und Sympathieträger geworden.

Christian Meyer

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