HOME

SIEG: O'Neal führt Los Angeles Lakers zum NBA-Hattrick

Die Hände von Basketball-Legende Shaquille »Shaq-attack« O'Neal fassen das orangene Leder mit Leichtigkeit. Jetzt feiern die Lakers ihren Dreifachtriumph.

Ein überragender Shaquille O'Neal hat die Los Angeles Lakers zum Titel-Hattrick in der besten Basketball-Liga der Welt geführt. Das 113:107 im vierten Finalspiel am Mittwochabend bei den New Jersey Nets sicherte den mit Superstars gespicktem Team aus Kalifornien einen Eintrag in die Geschichtsbücher der NBA: Nach 2000 und 2001 gelang der »Three-Peat«, wie der Titel- Hattrick in den USA genannt wird. Ein Erfolg, den es zuvor in der NBA erst vier Mal gab. Letztmals gelang dies den Chicago Bulls (1996- 1998) um Michael Jordan. Trainer der Bulls war damals der heutige Lakers-Coach Phil Jackson.

Kein Titel ohne Phil

»Ich weiß, dass wir ohne Phil keinen einzigen Titel geholt hätten. Ich danke ihm dafür, dass er das Beste aus mir herausgeholt hat«, sagte »Shaq attack« O'Neal über den Trainer, der mit Jordan und den Bulls gleich zwei mal das Titeltrio perfekt gemacht hatte (1991-93 und 1996-98). Schon jetzt ist Jackson der erfolgreichste Coach der NBA- Geschichte. Der Erfolg über die Nets war sein 156. Playoff-Sieg. Dazu kommen sechs Meisterschaften mit den Bulls und jetzt drei mit den Lakers. Damit zog der charismatische Coach mit dem legendären Red Auerbach gleich, der während der glorreichen Zeiten der Boston Celtics das Zepter bei den Grünhemden aus der Studentenstadt an der Ostküste schwang.

Siegserie keine Überraschung

Fast ungerührt ließen die Spieler im Anschluss an das 113:107 in der Nacht zum Donnerstag die Ehrungen in der Continental Airlines Arena über sich ergehen. Zu übermächtig waren die Lakers. Der »sweep«, eine Serie ohne Niederlage, überraschte die Mannschaft um die Superstars O'Neal und Kobe Bryant nicht wirklich. Zu groß waren die Unterschiede zwischen den Kaliforniern, die zum 14. Mal die Trophäe gewannen, und dem klaren Außenseiter New Jersey Nets.

Shaq-attack ist wertvollster Spieler

Doch nicht nur die Finalserie war einseitig. Auch die Wahl zum »MVP«, dem »wertvollsten Spieler« der Serie, war einen klare Sache: O'Neal nützte seine überragenden körperlichen Fähigkeiten wie sein kaum zu toppendes Ballgefühl zu einer eindrucksvollen Demonstration. Parallel zu den drei Lakers-Triumphen setze sich auch »Shaq-attack« bei der Wahl zum wertvollsten Spieler der besten Liga der Welt durch. Auch im letzten Duell war er mit 34 Punkten bester Werfer. »Shaq ist ein Monster. Kein Mensch kann ihn aufhalten«, hatte Nets-Trainer Byron Scott vor dem 4. Endspiel festgestellt. Er hatte recht. Der Center mit seinen 2,16 m Körpergröße und über 140 Kilo Gewicht kam im Schnitt auf 36,3 Punkte und 12,3 Rebounds pro Match.

Schmerzvoller Sommer

Der dritte Erfolgsgarant der Lakers war Kobe Bryant. Auch er schaffte etwas bisher Einmaliges: Mit 23 Jahren hat er bereits drei NBA-Titel gewonnen. Für den hoffnungslos unterlegenen Gegner blieb am Ende nur Frust. »Es wird ein sehr schmerzvoller Sommer«, meinte Scott. »Aber du musst halt draus lernen. Es wird eine Zeit lang wehtun, aber das Einzige, was du machen kannst ist, dich als Spieler und Person zu verbessern.«

Von Wolfgang Büttner, dpa

Wissenscommunity