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Ski Alpin: Riesch fährt an die Weltcup-Spitze

Skirennfahrerin Maria Riesch hat in Zagreb ihren dritten Slalomsieg hintereinander gefeiert und damit die Amerikanerin Lindsey Vonn vorerst an der Spitze des Gesamtweltcups abgelöst. Bei ihrem neunten Weltcup-Erfolg profitierte die 24-Jährige allerdings von einem Missgeschick Vonns.

Maria Riesch hat mit einem Sieg in Zagreb ihren kaum für möglich gehaltenen Slalom-Hattrick perfekt gemacht und sich an die Spitze des Gesamtweltcups gesetzt. "In der letzten Saison hätte ich nie gedacht, dass ich drei Slaloms in Reihe gewinnen könnte und das rote Trikot tragen würde. So schnell ändern sich die Ziele", jubelte die 24-Jährige am Sonntag nach ihrem Traumstart ins WM-Jahr.

Doch trotz aller Freude fühlte die Partenkirchenerin auch mit ihrer geschlagenen US-Freundin Lindsey Vonn, die in Führung liegend nur wenige Tore vor dem Ziel ausschied. "Ich weiß wie weh das tut, wenn man rausfliegt und die schärfste Konkurrentin siegen sieht. Sie war auf dem Weg zum Sieg und ohne ihren Ausfall hätte ich sie heute nicht schlagen können", sagte Riesch, in deren Windschatten sieben weitere Fahrerinnen des Deutschen Skiverbandes (DSV) Weltcup-Punkte holten.

Wie Riesch wollte aber auch DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier den Erfolg nicht zu euphorisch bewerten. "Maria hat jetzt natürlich auf allen Ebenen eine sehr gute Ausgangsposition, aber man darf trotzdem nicht den Boden unter den Füßen verlieren und die Erwartungen ins Unermessliche wachsen lassen", mahnte Maier. "Der Sieg heute war eher ein Geschenk, den zweiten Durchgang sollte man nicht zu sehr in den Himmel loben. Vonn war schneller unterwegs."

Dennoch ist die deutsche Vorzeigefahrerin auf einem guten Weg, die herausragende Fahrerin des Winters zu werden. Im Gesamtweltcup führt Riesch mit 607 Punkten vor Tania Poutiainen (Finnland/534) und Vonn (530). In der Slalom-Wertung liegt sie nach fünf von neun Rennen mit 400 Punkten vor Vonn (290) und der Tschechin Sarka Zahrobska (284), die in Zagreb hinter Nicole Gius aus Italien Dritte wurde.

Vier Wochen vor dem Beginn der Weltmeisterschaften im französischen Val d'Isère (2. bis 15. Februar) freute sich Maier aber besonders über die eindrucksvolle Vorstellung seiner zweiten Garde. "Das ist nicht nur von der Maria ein Hammerergebnis. Das ganze Team hat heute einen Akzent gesetzt", lobte der Alpinchef. "Genau das wollten wir sehen, nachdem wir im November und Dezember mannschaftlich ja nicht gerade geglänzt haben."

Zweitbeste Deutsche wurde Susanne Riesch als Zehnte. In Fanny Chmelar (Partenkirchen/13.), Christina Geiger (Oberstdorf/15.), Monika Bergmann (Lam/16.), Kathrin Hölzl (Bischofswiesen/18.) schafften es noch vier weitere der insgesamt zehn DSV-Athletinnen in die Top 20. Nina Perner (Karlsruhe) als 22. und Marianne Mair (Reichersbeuren) als 24. komplettierten die gute Bilanz. Katharina Dürr (Germering) hatte als 36. ebenso den zweiten Durchgang verpasst wie die ausgeschiedene Anja Blieninger (Altenau).

Pech hatte die Österreicherin Nicole Hosp. Die Gesamtweltcupsiegerin von 2007 stürzte beim Einfahren und zog sich eine Verletzung am linken Knie zu. Entgegen erster Befürchtungen ergab eine Röntgen-Untersuchung im Krankenhaus von Zagreb zwar, dass die 25-Jährige keine Knochenverletzung erlitten hat. Dennoch droht Hosp das WM-Aus.

DPA / DPA

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