HOME

Kroatien: Mindestens ein Toter bei Erdbeben in kroatischer Hauptstadt Zagreb

Zwei mittelstarke Erdbeben in einer Abfolge von etwas mehr als einer halben Stunde haben am Sonntagmorgen in der kroatischen Hauptstadt Zagreb schwere Schäden angerichtet. 

Bei zwei aufeinanderfolgenden Erdbeben in Kroatiens Hauptstadt Zagreb ist einem Medienbericht zufolge am Sonntag mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. In den Trümmern eines Hauses hätten Rettungskräfte die Leiche eines 15-jährigen Jungen gefunden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Hina unter Berufung auf den Rettungsdienstleiter Zarko Rasic.

Das Beben der Stärke 5,3, dessen Zentrum nach Angaben des Seismologischen Zentrums Europa-Mittelmeer rund sieben Kilometer nördlich von Zagreb lag, schreckte am Sonntagmorgen gegen 6 Uhr viele Bewohner aus dem Schlaf. Viele Menschen rannten in Panik auf die Straße, wie eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Turm von Zagrebs Kathedrale beschädigt

Wie Hina unter Berufung auf die Feuerwehr meldete, wurden mehrere Menschen verschüttet. In der Altstadt verursachte das Beben schwere Schäden an Gebäuden. Fassadenteile von mehreren Häusern stürzten auf die Straße. Auch ein Turm der Kathedrale von Zagreb wurde beschädigt, wie Bürgermeister Milan Bandic bekanntgab. In großen Teilen der Stadt fiel zudem der Strom aus. Nach einer Stunde gab es noch ein schweres Nachbeben der Stärke 5,0.

Das Innenministerium forderte die Menschen auf, zunächst draußen zu bleiben, aber keine Gruppen zu bilden, um eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu verhindern. "Halten Sie Distanz. Stellen Sie sich nicht zusammen. Wir sind mit zwei schweren Krisen konfrontiert, dem Erdbeben und der Epidemie", erklärte Innenminister Davor Bozinovic.

Die Balkan-Region ist stark erdbebengefährdet, weil sich dort die afrikanische Platte unter die eurasische schiebt. Kroatien trat 2013 der EU bei. Seine stark vom Tourismus abhängige Wirtschaft bleibt eine der schwächsten in dem Staatenverbund. Das Land leidet unter einer starken Abwanderung seiner Bürger in reichere EU-Mitgliedstaaten.

km / DPA / AFP
Themen in diesem Artikel