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Ski-Weltcup: Österreicher dominieren die Abfahrt

Michael Walchhofer gewinnt in Kitzbühel, Michaela Dorfmeister in St. Moritz: 20 Tage vor den Olympischen Winterspielen in Turin haben die Österreicher in den beiden Nobel-Skiorten prestigeträchtige Siege im Abfahrts-Weltcup gefeiert.

Mit einem "Riesenritt" über die entschärfte Kitzbüheler Streif hat sich Michael Walchhofer einen Kindheitstraum erfüllt und der Ski-Nation Österreich nach einem Abfahrtskrimi einen Feiertag beschert. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 99,99 km/h und einem Vorsprung von 5/100 Sekunden auf Marco Büchel setzte sich der Weltcup-Sieger in der Hahnenkamm-Abfahrt am Samstag vor dem Liechtensteiner sowie den Amerikanern Daron Rahlves (0,33 Sekunden zurück) und Bode Miller (0,38) durch. "Das war ein Riesenritt. Jetzt habe ich mir den riesengroßen Traum erfüllt", sagte der 30 Jahre alte Skirennläufer aus Salzburg.

Walchhofer führt in der Königsdisziplin

Der Abfahrts-Weltmeister von 2003 übernahm durch seinen neunten Weltcup-Sieg wieder die Führung in der alpinen Königsdisziplin. Sein Landsmann Benjamin Raich bleibt nach Platz zehn in Kitzbühel im Gesamtweltcup nach 23 Rennen mit 732 Punkten an der Spitze vor Walchhofer (704), Rahlves (689) und Miller (595). Für seinen ersten Kitzbühel-Sieg kassierte Walchhofer das Rekordpreisgeld von 65.000 Euro.

Während sich in Tirol nicht einmal ein deutscher Skirennfahrer auf die berühmt-berüchtigte Streif wagte, verpasste Isabelle Huber bei der Damen-Abfahrt in den Schweizer Bergen als 39. den für die Olympia-Qualifikation notwendigen 15. Rang erneut deutlich. Stefanie Stemmer (Rottach-Egern) konnte dagegen als beste Deutsche auf Platz 27 wenigstens noch Weltcup-Punkte verbuchen. Martina Ertl- Renz (Lenggries) wurde 36., Petra Haltmayr (Rettenberg) kam nur auf Rang 42. Ohne die verletzte Maria Riesch und die zurückgetretene Hilde Gerg sind die deutschen Speed-Spezialistinnen nicht konkurrenzfähig. "Das Ergebnis ist sehr enttäuschend", sagte Abfahrts-Trainer Andreas Fürbeck.

Dorfmeister siegt in St. Moritz

Weltmeisterin Janica Kostelic (Kroatien) verteidigte durch Rang drei (1:43,95 Minuten) mit 1058 Punkten nach 20 Rennen ihre Führung vor Dorfmeister (930). Die Österreicherin war über ihren zweiten Sieg binnen 24 Stunden fast sprachlos. "Ich finde kaum Worte. Was mir derzeit alles gelingt, ist der Wahnsinn. Das habe ich noch nicht erlebt", sagte die 32-Jährige. Auf der Corviglia-Piste lag sie 0,07 Sekunden vor ihrer Teamkollegin Renate Götschl, die ihren ersten Podestplatz im Olympia-Winter erreichte.

In Kitzbühel erlöste Walchhofer, mit Startnummer 30 ins Rennen gegangen, die fast 50.000 Ski-Fans. Doch auch für ihn gab es eine Schrecksekunde: Kurz vor dem Ziel leistete sich der Salzburger einen dicken Fehler. "Da habe ich gedacht, jetzt habe ich es geschafft", hatte sich Büchel zu früh gefreut. Während Dorfmeister in St. Moritz einen Doppelsieg schaffte, verpatzte Hermann Maier einen Tag nach seinem fünften Super-G-Triumph auf der Streif seinen Lauf und kam nur auf Rang 23. Österreichs Olympiasieger Fritz Strobl brach sich bei einem Beinahe-Sturz die Hand. Der 33-Jährige war bei der Einfahrt in den Zielschuss in ein Loch gesprungen und mit vollem Tempo in die Stange geschleudert worden. Einen Sturz konnte er gerade noch verhindern.

Volker Gundrum und Marc Zeilhofer/DPA / DPA

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