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Skisport: Der "Herminator" beißt sich zurück

Österreichs Skistar Hermann Maier hat sein unglaubliches Comeback gekrönt: Mit seinem sensationellen Sieg beim Weltcup-Super-G in Kitzbühel fügte der 30-Jährige nicht nur seiner großen Karriere, sondern auch der Sport-Geschichte ein weiteres Kapitel hinzu.

Österreichs Skistar Hermann Maier hat sein unglaubliches Comeback gekrönt: Mit seinem sensationellen Sieg beim Weltcup-Super-G in Kitzbühel fügte der 30-Jährige am Montag nicht nur seiner großen Karriere, sondern auch der Sport-Geschichte ein weiteres Kapitel hinzu. 17 Monate nach seinem schweren Motorradunfall sicherte sich Maier damit endgültig die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in St. Moritz.

"Heute schmeckt der Sieg ein bisserl salzig."

Weinend registrierte der "Herminator" im Ziel seinen Triumph. "Das ist das Schönste, was mir je passiert ist, schöner als jede Medaille. Das war ein sehr bewegender Moment", sagte er nach seinem 42. Weltcupsieg und fügte mit Tränen in den Augen hinzu: "Heute schmeckt der Sieg ein bisserl salzig."

Zuletzt stand der dreifache Gesamt-Weltcupsieger am 10. März 2001 beim Riesenslalom im schwedischen Are ganz oben auf dem Treppchen. Erst vor zwei Wochen war der Doppel-Olympiasieger von 1998 in den alpinen Weltcup zurückgekehrt. Mit Maier an der Spitze machte die führende Skination das insgesamt enttäuschende Hahnenkamm-Wochenende eindrucksvoll wett: Österreich belegte die ersten fünf Plätze. Hinter Maier (1:20,48 Minuten) platzierten sich Christoph Gruber (1:20,59) und Stephan Eberharter (1:20,63), der sich die Führung im Gesamt- Weltcup von Bode Miller (USA) wieder zurückholte.

Die deutschen Sorgen

Stefan Stankalla belegte als einziger deutscher Starter einen respektablen 16. Platz. Der 27-Jährige war noch durch einen Magen-Darm-Grippe geschwächt, zeigte aber wie von Cheftrainer Martin Oßwald gefordert Biss. "Ich will, dass er sich reinhaut, dann werde ich ihn nominieren", hatte Oßwald vor dem Rennen erklärt. Zwar hat Stankalla mit Rang 16 beim Super-G in Gröden die geforderten zwei Platzierungen unter den besten 15 nicht erreicht, doch die WM- Nominierung für Stankalla ist trotzdem gesichert.

"Super-G fährt er auf jeden Fall. Stefan und Max Rauffer werde ich zur Nominierung vorschlagen", sagte Oßwald der dpa. "Stefans Resultat hier geht absolut in Ordnung, mehr war fast nicht zu erwarten." Rauffer konnte das Rennen wegen des im deutschen Abfahrer-Lager grassierendes Virus' ebenso wie die Abfahrt zuvor nicht bestreiten.

Neidlose Gratulationen

Die Konkurrenz hatte sich bereits nach Hermann Maiers sechsten Platz bei der Hahnenkamm-Abfahrt verneigt, nun gratulierte sie neidlos. "Er ist ein Phänomen, ich gönne ihm das von ganzen Herzen", sagte der Schweizer Didier Cuche, und selbst Haupt-Konkurrent Stephan Eberharter rang sich zu anerkennenden Worten durch. "Es überrascht mich, dass er es geschafft hat, so schnell wieder top zu sein." Der Zillertaler hatte vor Maiers Comeback in Adelboden erklärt, dass beide erst einmal nicht in der gleichen Liga führen.

Schneefall und schlechte Sicht

"Ich habe mir selber nicht mehr viel zugetraut, aber immer weiter gekämpft", erinnerte sich Maier. "Das war der schwierigste Super-G dieses Jahr. Schneefall, schlechte Sicht, nichts eigentlich, was für mich spricht", sagte der Flachauer stolz auf seinen 17. Weltcup- Erfolg in dieser Disziplin. An seine Chancen bei der WM denke er noch nicht. "Ich werde immer besser und bekomme mehr Selbstvertrauen. Das ist das Wichtigste."

Hermann Maiers Karriere hing nach einem Motorradunfall mit einem deutschen Rentner am 24. August am seidenen Faden. Nach einem offenen Unterschenkelbruch drohte die Amputation seines rechten Beines. Doch mit seinem bekannten unbändigen Ehrgeiz schaffte Maier den schweren, von vielen Rückschlägen gezeichneten Weg zurück an die Spitze. Sogar ein 37 cm Titannagel und eine weitgehende Gefühllosigkeit im rechten Bein scheinen für einen Hermann Maier kein Hindernis zu sein.

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