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Skispringen: Martin Schmitt zum 16. Mal bei der Vierschanzentournee

Die großen Erfolge von Martin Schmitt liegen schon lange zurück, doch das hält den 33-Jährigen nicht von seinem 16. Start bei der Vierschanzentournee ab. Über das Ende seiner Karriere macht er sich noch keine Gedanken.  

1997 erlebte Martin Schmitt in Innsbruck sein Debüt bei der Vierschanzentournee. 15 Jahre danach ist er immer noch dabei. Im Interview spricht er über die veränderte Ausgangslage, seine Ziele und seine persönlichen Highlights bei der Skiisprung-Traditionsveranstaltung.

Sie gehen bereits zum 16. Mal bei der Vierschanzentournee an den Start. Kribbelt es trotzdem noch?
Martin Schmitt: "Für mich wird es sicher eine normale Tournee, denn ich werde ja nicht als Favorit gehandelt. Die Vorfreude ist dennoch groß, weil das Skispringen wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist. Das merkt man schon zu Hause, wenn man zum Bäcker geht."

Vor gut einem Jahrzehnt zeichneten Sie gemeinsam mit Sven Hannawald für den Hype um die Sportart verantwortlich. Können Richard Freitag und Severin Freund bei der 60. Tournee Ähnliches bewirken?
Schmitt: "Eine Prognose ist schwierig, es kann vieles passieren. Wenn Richard in einen Lauf kommt, dann kann er auch die Tournee gewinnen. Er kann am Ende aber auch nur 15. werden. Auf keinen Fall sollte man einen Sieg erwarten. Es ist eine tolle Situation, dass wir zwei Leute mit dem Potenzial haben, um den Sieg mitzuspringen. Verstecken müssen sie sich jedenfalls nicht."

Fällt es schwer, zu akzeptieren, dass jetzt andere sportlich den Ton angeben?
Schmitt: "Nein, es ist vielmehr ein Vorteil, dass die beiden da sind und das Niveau hochhalten. Es ist wichtig, diesen Vergleich zu haben. Und ich kann dadurch in Ruhe mein Ding machen und arbeiten."

Welche Rolle spielen Sie im Team?
Schmitt: "Ich dränge mich nicht in den Vordergrund. Wenn mir etwas auffällt, sage ich es. Und die Jungs können natürlich zu mir kommen und fragen. Da gebe ich gerne Tipps. Es ist ein zwangloses Miteinander."

Für Sie lief es in diesem Winter nicht nach Plan. Was können Ihre immer noch zahlreichen Fans erwarten?
Schmitt: "Die Vorzeichen sind nicht wie erträumt. Es ist leider nicht so, dass ein Sprung nach dem anderen kommt. Einzelne sind ganz gut, andere wieder nicht. Ich mache mich aber nicht verrückt."

Das klingt nicht sehr zuversichtlich.
Schmitt: "Die Situation ist nicht so, wie ich mir das gewünscht und vorgestellt habe. Ich hatte gehofft, dass ich im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren weiterkomme, aber es ist eher rückläufig. Nachdem ich mich im Frühjahr entschieden hatte, weiterzumachen, habe ich sehr gut trainiert. Ab Sommer wurde es jedoch mühsam. Erst hat meine Kniegeschichte einiges durcheinandergeworfen, dann konnte ich wegen der Schneesituation kaum trainieren. Immer wenn ich Gas geben wollte, wurde es schlechter. Da kommen einem schon mal Überlegungen, warum man sich das antut."

Sie werden im Januar 34 Jahre alt. Da würde ein Abschied nicht überraschen.
Schmitt: "Es gibt momentan keinen Gedanken daran, mich der Situation nicht zu stellen und aufzuhören. Ich habe genügend sportlichen Ehrgeiz, das Beste aus der Situation zu machen."

Es könnte aber Ihre letzte Tournee sein. Was ist Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?
Schmitt: "Höhepunkte waren natürlich die Wettbewerbe, bei denen ich besonders gut gesprungen bin. In Oberstdorf habe ich ein paar Mal gewonnen, einmal auch in Garmisch. Und dann der dritte Platz vor drei Jahren in Innsbruck. Das sind die Springen, die im Kopf bleiben."

sportal.de / sportal

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