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Stabhochspringerin Issinbajewa: Drama um das sicherste Gold der WM

Der WM-Titel für die glamouröse Stabhochsprung-Kosmonautin Jelena Isinbajewa schien eigentlich nur eine Formsache. Aber die Russin verzockte sich - und erlebte ein Debakel. Auch bei einer Deutschen flossen bittere Tränen. Von Klaus Bellstedt, Berlin

Wer sich in diesen Tagen im Berliner Olympiastadion tummelt, muss annehmen, dass der große Kosmos Leichtathletik im Grunde nur aus zwei Personen besteht. Der Rest - immerhin circa 2.000 Athleten - gerät bei der WM zur Staffage. Diese Weltmeisterschaften, das ist vor allem das Schaulaufen von Sprintkönig Usain Bolt aus Jamaika und der russischen Stabhochsprung-Koryphäe Jelena Issinbajewa. Der eine, Bolt, hat seinen vorerst ersten triumphalen Auftritt bereits hinter sich - und nur 24 Stunden später wollte die 27-Jährige nachlegen. Aber es kam anders.

Wirklich spannend würde dieser Stabhochsprung-Wettkampf der Damen am Montagabend nicht werden, dafür schien "La Issinbajewa" zu dominant. Sie, die als einzige Frau auf diesem Planeten die magische Fünf-Meter-Marke in den letzten Jahren gleich mehrfach überquert hatte, würde sicher Gold holen. So war man eigentlich lediglich gekommen, um dieser Überfliegerin beim Ausüben ihrer Sportart zuzuschauen. Das würde, da waren sich alle Experten sicher, wieder mal ein Genuss werden.

Flirt mit dem Publikum


Ähnlich wie Bolt, aber bei weitem nicht so arrogant und überheblich, spielte die in Wolgograd geborene Russin mit Wohnsitz in Monaco zwischen ihren Versuchen mit dem Publikum. Sie stieg spät in den Wettbewerb ein, ließ ihre Konkurrentinnen erst mal machen. Das Vertrauen in die eigene Stärke war wie immer extrem groß. Der Flirt mit dem Publikum ging weiter. Die Zockerei passte irgendwie dazu.

Nicht nur Fachjournalisten schwärmen von der aparten Erscheinung Issinbajewa. Denn sie bringt etwas in die Leichtathletik, was den allermeisten Leichtathleten fehlt: einen Hauch von Glamour. Einen Hauch von Victoria Beckham. Issinbajewa, die stets perfekt geschminkt und mit gemachten Fingernägeln auf die Tartanbahn tritt, weiß, dass sie gut aussieht - und gut ankommt. In Berlin konnte sich davon jeder der knapp 50.000 Zuschauer eindrucksvoll überzeugen. Nur auf ihren ersten Sprung mussten sie weiter warten.

In der Zwischenzeit hatte die Polin Anna Rogowska beachtliche 4,75 Meter vorgelegt. Jetzt war die Zeit für die Diva gekommen. Issinbajewa wollte dieselbe Höhe mal eben so im Vorbeigehen mitnehmen. Sie scheiterte im ersten Versuch. Ein kleiner Aufschrei im Publikum war die Folge, aber wohl nur ein Betriebsunfall - dachten alle. Und dachte auch die Russin, die schnell 4,80 Meter auflegen ließ. Die anderen Teilnehmerinnen waren da bereits nach drei gerissenen Versuchen ausgeschieden, waren aber im Gegensatz zu Issinbajewa schon in der Wertung, weil sie bei niedrigeren Höhen eingestiegen waren und diese auch überqueren konnten.

Entsetzen bei ihrem Manager


Issinbajewas zweiter Versuch, dieses Mal über die 4,80 Meter stand an. Nun würde sie Ernst machen, ganz sicher. Aber wieder riss die Russin die Latte. Entsetzen im Publikum und Entsetzen bei ihrem Manager, der russischen Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka. Plötzlich hatte seine Athletin nur noch einen Sprung, um den sicher angepeilten WM-Titel einzufahren. Das Vabanque-Spiel steuerte auf seinen Höhepunkt zu.

Jelena Issinbajewa sprach vor ihrem Schicksalssprung noch einmal fast flehend mit ihrem Stab, spurtete mit dem Gerät auf die Anlage zu und hob nach 16 Schritten in den schon dunkel gefärbten Himmel über dem Olympiastadion ab. Die 27-Jährige drehte sich in 4,80 Meter Höhe, aber nicht über die Latte, sondern in dieselbige. Ein ganzes Stadion schrie entsetzt auf. "So etwas passiert im Sport, auch, wenn man eine große Karriere hat", sagte Issinbajewa, die danach um Fassung rang. Jelena Isinbajewa war bei dieser WM ohne auch nur einen einzigen geglückten Versuch ausgeschieden. Die Leichtathletik hatte, wie schon nach dem Fabellauf von Usain Bolt über die 100-Meter-Distanz wieder einen ihrer magischen Momente. Dieses Mal allerdings in negativer Hinsicht. "Ich habe keine Erklärung, ich habe mich gut gefühlt", sagte die Russin nach dem Debakel.

Damit war der Weg für die Polin Anna Rogowska zum WM-Gold frei - sie schaffte 4,75 Meter. Silber ging an die höhengleichen Monika Pyrek (Polen) und Chelsea Johnson (USA). Ein kleines Drama erlebte auch die beste Deutsche. Silke Spiegelburg verfehlte knapp den Sprung aufs Treppchen und stürzte ins Tal der Tränen. Mit 4,65 Meter wurde sie am Montagabend Vierte im Berliner Olympiastadion.

Sie kassiert Millionen


26-mal war es Jelena Issinbajewa in ihrer einzigartigen Karriere mit zwei WM-Titeln und zwei Olympiasiegen gelungen, den Weltrekord im Stabhochsprung zu verbessern. Es war selbstverständlich bis auf einmal immer ihr eigener Weltrekord. Für Issinbajewa ist das Verbessern der eigenen, für andere unerreichbaren Bestmarke nach Sergej Bubkas Vorbild so ganz nebenbei bemerkt ein einträgliches Geschäft geworden. Für ihre Sprünge kassiert sie Millionen an Sponsorengagen und Prämien.

Dass sich Isinbajewa, die neben Englisch inzwischen auch auf Italienisch parlieren kann, jeglicher Geldsorgen längst schon entledigt hat, ist vor allem einer Signatur unter einen Sponsorenvertrag zu verdanken, den sie mit dem chinesischen Sportartikelhersteller Li Ning abschloss. Das Mastermind des Unternehmens ist zwar kein Stabhochspringer gewesen. Aber immerhin ein ehemaliger Turner. Bis zum Jahr 2013 garantiert ihr der Deal 1,5 Millionen US-Dollar. Die 60.000 US-Dollar schwere Siegprämie für ihren angepeilten WM-Sieg von Berlin war eigentlich fest eingeplant. Auch wenn sie für Issinbajewa- Verhältnisse nur ein Häufchen Kleingeld gewesen wäre.

Am Ende stand die schöne Russin nicht nur mit leeren, sondern auch mit harzverschmierten Händen da. Mit denen halten die Stabhochspringer ihr Arbeitsgerät im Klebegriff. Das Harz hätte sie sich an diesem bitteren Abend eigentlich schenken können. Unter dem Blitzlichtgewitter der Fotografen und mit tief ins Gesicht gezogener Baseballmütze verließ das Glamour-Girl der Leichtathletik-Szene die Stätte ihrer schlimmsten Niederlage. In diesem Moment war sie der einsamste Mensch der Welt.

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Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.