Super-G Hilde Gerg krönt Comeback mit Sieg


Hilde Gerg hat erstmals nach ihrem Kreuzbandriss vor gut einem Jahr wieder ein alpines Weltcup-Rennen gewonnen. Die 28-Jährige setzte sich heute beim Super-G in Veysonnaz durch.

Auf diesen Augenblick des Glücks hatte Hilde Gerg lange gewartet, und als der Sieg perfekt war, kullerten Freudentränen: 13 Monate nach ihrem Kreuzbandriss hat Hilde Gerg mit dem Gewinn des Super-G von Veysonnaz ihr Comeback gekrönt und ihre derzeit ausgezeichnete Form im alpinen Ski-Weltcup eindrucksvoll bestätigt. "Ich freue mich riesig. Es war einfach an der Zeit, wieder mal zu gewinnen", sagte die Lenggrieserin nach ihrem ersten Sieg seit Dezember 2002 und dem 17. Weltcup-Erfolg ihrer Karriere. Nach nun fünf Podestplätzen in diesem Winter greift die 28-Jährige zudem nach den kleinen Kristallkugeln als beste Athletin in Abfahrt und Super-G.

Einen Tag nach ihrem 2. Platz in der Abfahrt setzte sich Hilde Gerg auf der Bärenpiste von Veysonnaz in 1:21,34 Minuten vor den Österreicherinnen Michaela Dorfmeister (1:21,58) und Silvia Berger (1:22,10) durch und konnte sich ausgerechnet am 34. Geburtstag ihres Manns über den großen Erfolg freuen. "Ich möchte mich einfach bei allen bedanken, die mir zuletzt geholfen haben. Es war nicht immer leicht, aber es hat sich gelohnt", sagte die Slalom-Olympiasiegerin von 1998. Nach ihrer Operation am verletzten Knie im März 2003 hatte Hilde Gerg einen so erfolgreichen Saisonverlauf selbst kaum für möglich gehalten. Bei sieben Starts war sie bislang nie schlechter als Fünfte.

"Das war eine ausgezeichnete Leistung und ein absolut verdienter Sieg"

24 Stunden vor dem Sieg hatte sie sich über den zweiten Abfahrts-Rang hinter Renate Götschl (Österreich) zwar auch gefreut, doch nach dem insgesamt dritten Vize-Platz des Winters auch ein wenig gehadert. Ihren Erfolg setzte sie mit der Bronzemedaille im Super-G bei der WM 2001 gleich, mit der sie schon einmal nach einem schweren Beinbruch die Rückkehr in die Weltspitze geschafft hatte.

Cheftrainer Wolfgang Maier freute sich ganz besonders über den Erfolg seiner Lieblingsschülerin. "Das war eine ausgezeichnete Leistung und ein absolut verdienter Sieg. Ich bezweifele, ob eine Renate Götschl heute an sie herangekommen wäre", sagte der Coach. Während Hilde Gerg schon mit Bestzeit im Ziel stand, war Götschl gestürzt, dabei aber unverletzt geblieben.

"Man kann ohne Übertreibung sagen, dass wir wieder erstklassig sind"

Durch den Ausfall der Konkurrentin zog Hilde Gerg in der Super-G-Weltcupwertung mit 205 Punkten an Götschl (180) vorbei und rangiert nach drei von acht Rennen knapp hinter Dorfmeister (220) an zweiter Stelle. In der Abfahrts-Wertung liegt sie nach vier von acht Rennen mit 285 Zählern sogar vor Götschl (280) und Carole Montillet (Frankreich/256) in Führung und hat damit einen der größten Erfolge ihrer Karriere vor Augen. Schon kommende Woche könnte bei zwei Super-G und zwei Abfahrten in Cortina d’Ampezzo eine Vorentscheidung über die Disziplin-Wertungen fallen. "Ich muss einfach weiter aggressiv fahren, ohne zu übertreiben. Dann schauen wir mal, was möglich ist", sagte Hilde Gerg.

Hinter Vorzeigefahrerin Hilde Gerg sorgten Martina Ertl mit den Plätzen 8 (Super-G) und 10 (Abfahrt), Petra Haltmayr als Überraschungs-9. in der Abfahrt sowie Maria Riesch als 13. im Super-G für weitere erfreuliche Resultate. "Man kann ohne Übertreibung sagen, dass wir wieder erstklassig sind", sagte Maier. Mit zehn Podestplätzen haben die Damen des Deutschen Skiverbandes schon zur Halbzeit der Saison die Vorjahresquote erreicht. Hilde Gerg (490) als Vierte und Martina Ertl als Sechste liegen zudem in dem von der Schwedin Anja Pärson (752) angeführten Gesamtweltcup gut im Rennen.

Emil Gast und Arne Richter, dpa


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