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Tennis Federer lässt Nadal-Kritik kalt - ''Das stimmt nicht''


Roger Federer hat sich auch durch ungewöhnlich laute Kritik von Rafael Nadal nicht aus der Reserve locken lassen. Die Gentleman-Vorwürfe des Spaniers konterte Federer – wie ein Gentleman.

Die Dauerrivalen Rafael Nadal und Roger Federer liefern sich zu Beginn der Australian Open einen ungewohnten Schlagabtausch außerhalb des Platzes. Der langjährige Branchenprimus Federer konterte am Montag in Melbourne die überraschend scharfe Attacke des Spaniers, er würde die Interessen der Spieler nicht vertreten. "Das stimmt nicht. Ich verfolge nur einen anderen Weg und diskutiere das nicht auf Pressekonferenzen", sagte der 30-Jährige. Ein deutlicher Seitenhieb in Richtung Nadal.

Der Mallorquiner hatte Federer am Vortag nach dem traditionellen Spieler-Meeting in dessen Rolle als Boss der Profi-Gewerkschaft kritisiert. "Es ist sehr einfach, zu sagen, ich sage nichts, alles ist positiv und ich stehe da wie ein Gentleman. Die anderen sollen sich verbrennen", hatte Nadal geschimpft. Er ist selbst Vize-Chef der Organisation, aber offenkundig im Streit um die künftige Ausrichtung der Herren-Tour nicht mit Federers Auftreten einverstanden.

Nadal will längere Pausen

Die Spieler-Vereinigung hatte zuletzt immer lauter Kritik an der ATP und den Turnierveranstaltern geübt. Beim Treffen vor dem Start der Australian Open ging es erneut um den Turnierkalender, der in diesem Jahr bereits um zwei Wochen verkürzt wurde, und um die Verteilung von Preisgelder bei den Grand-Slams.

Nadal kämpft seit langem auch in der Öffentlichkeit für eine kürzere Saison und mehr Ruhephasen. "Meine Pause zwischen den beiden Serien dauerte gerade einmal drei Tage. Das sagt doch schon alles", sagte der 25-Jährige in einem Interview des Kicker. Unterstützung findet er dabei unter anderem beim Briten Andy Murray, nicht aber bei Federer. Der Schweizer vermeidet es tunlichst, solche Themen in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Er ist stets um das Image seiner Sportart bemüht.

Beck würde nicht streiken

Von daher hält der 16-malige Grand-Slam-Turnier-Sieger auch nichts davon, in den Medien mit Streik zu drohen. "Das ist so ein gefährliches Wort, das wir tunlichst vermeiden sollten", sagte Federer am Montag. Zuvor hatte der Ukrainer Sergiy Stakhovsky wieder einmal mit einem Boykott gedroht, auch Murray gefällt sich darin, mit diesem Szenario immer mal wieder zu kokettieren. "Das ist für keinen gut", warnte Federer nun. Unterstützung erhält er von seinem nächsten Gegner Andreas Beck. "Es muss sich definitiv etwas tun, aber ich persönlich würde nicht streiken", sagte der Stuttgarter.

Nadal ruderte dann auch vor Journalisten ein bisschen zurück. "Ich hätte das nicht mit euch besprechen sollen", sagte er und wiegelte weitere Nachfragen ab. Sowohl Nadal als auch Federer waren sichtlich bemüht, den Eindruck, ihr bislang gutes Verhältnis habe gelitten, wegzuwischen. "Wir müssen nicht bei allem einer Meinung sein", sagte Federer. "Ich hatte immer eine tolles Verhältnis zu Roger und das habe ich auch nach wie vor", meinte Nadal.

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