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Tennis Mayer verliert gegen Lopez - Petkovic verteidigt sich


Florian Mayer hat seine erste Halbfinal-Teilnahme bei einem Masters verpasst. Gegen Feliciano Lopez konnte er nie an die starke Leistung gegen Rafael Nadal anknüpfen und verlor glatt in zwei Sätzen. Andrea Petkovic sieht sich dagegen genötigt, ihren Dickkopf öffentlich zu verteidigen.

Florian Mayer ist beim ATP-Masters in Shanghai im Viertelfinale ausgeschieden. Mayer konnte nicht an seine starke Leistung gegen Rafael Nadal im Achtelfinale anknüpfen und verlor gegen dessen Landsmann Feliciano Lopez glatt mit 2:6 und 4:6.

Lopez verwandelte nach gerade einmal 69 Minuten seinen ersten Matchball und trifft in der Runde der letzten Vier auf seinen Landsmann David Ferrer. Ferrer hatte sich zuvor in einem hart umkämpften Spiel mit 6:7 (5:7), 6:2, 7:6 (7:2) gegen den Amerikaner Andy Roddick durchgesetzt. Im zweiten Halbfinale trifft Außenseiter Kei Nishikori auf den Sieger des Matches zwischen Matthew Ebden und Andy Murray.

Schwächen beim Service

Anders als gegen Nadal, wo Mayer gerade bei eigenen Aufschlag nahezu fehlerlos agierte, tat sich die deutsche Nummer eins gegen Lopez von Beginn an schwer. Der erste Aufschlag kam zu selten, Mayers Spiel wirkte insgesamt zu drucklos und so kam Lopez – außer im ersten Spiel – bei Service Mayer immer zu Breakchancen. Die ersten beiden konnte der Deutsche noch abwehren, aber danach war er chancenlos und Lopez holte sich den Durchgang locker mit 6:2.

Im zweiten Abschnitt steigerte sich der Davis Cup-Spieler zwar und hielt die Partie bis zum 4:5 offen. Sein Aufschlag kam wieder konstanter, Lopez machte auf der anderen ein paar mehr Fehler. Doch dann gab Mayer erneut seinen Aufschlag ab und musste seine Hoffnungen auf den erstmaligen Halbfinal-Einzug bei einem Masters-1000-Turnier, der wichtigsten Kategorie nach den Grand Slams, begraben. Dennoch wird er in der kommenden Woche wieder in die Top 20 der Weltrangliste rutschen.

"Und nun will ich da auch hin. Punkt"

Mayers Pendant bei den Damen, Andrea Petkovic, hat unterdessen ihre Entscheidung, trotz einer Knieverletzung als Ersatzspielerin zur WM nach Istanbul fahren zu wollen, erneut verteidigt. "Ich kann mir die Chance nicht entgehen lassen", sagte die deutsche Nummer eins in mehreren deutschen Medien. "Dafür habe ich viele Monate hart gearbeitet. Und nun will ich da auch hin. Punkt." Die inoffizielle Weltmeisterschaft findet vom 25. bis 30. Oktober statt. Das direkte Ticket nach Istanbul hatte sie knapp verpasst.

Petkovic, die nach dem Turnier in Linz auch die Veranstaltung in Luxemburg absagen musste, bezeichnete ihren Entschluss auch als Teil eines Reifeprozesses. "Ich merke, dass ich nun erwachsen werde in meinem Beruf", sagte die 24-Jährige. "Ich muss und ich will die Entscheidungen fällen, die mein Tennisleben betreffen", meinte Petkovic.

Dafür nehme sie auch gerne Konflikte mit ihrem Umfeld in Kauf. "Ich mache das, was ich will, nicht das, was andere wollen. Und ich übernehme dafür auch die volle Verantwortung." Neben ihrem Vater Zoran hatte auch Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner vehement für eine Turnierpause plädiert – immerhin ist das große Ziel Fed Cup im kommenden Jahr nur mit einer gesunden Petkovic zu schaffen. "Wir haben uns schon vorgenommen, nächstes Jahr den Pott zu gewinnen", gibt auch die deutsche Nummer eins ungeachtet der Diskussionen um ihr Knie zu.

Noch keine absolute Weltspitze

Die sehr ehrgeizige Petkovic bezeichnete Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel bei ihrem Drang, härter gegen sich selbst zu sein, als Vorbild. "Warum ist Sebastian Vettel Weltmeister? Weil er eben immer die letzten tausendstel Sekunden rausholen will. Dieser Geisteshaltung fühle ich mich verbunden." Auch im Tennis komme man nur ganz nach oben, wenn man die eigenen Grenzen überschreite. "So sind die Leute vorne alle gestrickt, auch ein Djokovic, ein Nadal, eine Serena Williams."

Zur absoluten Weltspitze zählt sich die Hessin selbst noch nicht. "Für mich gibt es immer noch eine große Grenze. Die ziehe ich zwischen denen, die einen Grand-Slam-Erfolg geholt haben ? und denen, die das noch nicht geschafft haben", sagte Petkovic, die sich daher noch in der "zweiten Kategorie" einstuft.

"Im Moment sage ich mir: Ich bin noch nicht reif für einen Grand-Slam-Titel. Aber 2012 kann das schon ganz anders sein", meinte die Weltranglisten-Neunte, die in diesem Jahr bei drei Grand-Slam-Turnieren das Viertelfinale erreicht hatte und damit die konstanteste Spielerin auf der Tour war.

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