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TENNIS: Und raus bist du!

Furioser Start des Tennisturniers von Wimbledon: Für die Weltranglistenerste Martin Hingis ist schon nach dem ersten Spiel wieder Schluss.

Martina Hingis lieferte die Überraschung des Tages auf dem »heiligen Rasen« von Wimbledon: Die Nummer eins der Tennis-Welt, die 1997 an der Church Road gewonnen hatte, stolperte am Montag in London zum dritten Mal schon in der ersten Runde. Während Australian- und French-Open-Siegerin Jennifer Capriati aus den USA leicht und locker siegte, kassierte die 20-Jährige aus der Schweiz gegen die sieben Jahre ältere Spanierin Virginia Ruano Pascual eine peinliche 4:6, 2:6-Niederlage. Pete Sampras hat seine Rekordjagd in Wimbledon mit einem Dreisatzsieg eröffnet.

Huber siegt souverän

Die langsam wieder in die Erfolgsspur findende Anke Huber überstand ihre erste Prüfung bei dem mit 11,8 Millionen Dollar dotierten Rasenturnier dagegen souverän und trifft nach ihrem 6:3, 6:2-Sieg gegen die Australierin Evie Dominikovic nun auf Marlene Weingärtner aus Heidelberg, die sich mit 3:6, 7:6 (7:5), 6:4 gegen die Britin Julie Pullin behauptete.

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Der siebenfache Champion Pete Sampras verlor am Montag in London bei seinem 6:4, 7:6 (7:5), 6:4-Auftaktsieg gegen den Spanier Francisco Clavet nur einmal das Ziel aus den Augen, als er zu Beginn des zweiten Satzes auf der falschen Seite Stellung bezog. Doch selbst für seinen Irrweg wurde der erfolgreichste Tennisspieler aller Zeiten aus den USA von den 13.806 Zuschauern auf dem vollbesetzten Center Court gefeiert.

Mit einigen hundert Besuchern mussten sich Barbara Rittner, Bianka Lamade und David Prinosil begnügen. Als Erste betrieb die 28-jährige Barbara Rittner Wiedergutmachung für die desolaten Vorstellungen in Roland Garros. Unter dem 6:3, 6:4 der Leverkusenerin musste allerdings ihre Clubkameradin Andrea Glass aus Benrath leiden. »Es ist immer schwer, wenn man sich so gut kennt und sogar befreundet ist«, sagte die Siegerin, die nun auf die amerikanische US-Open- Siegerin Serena Williams trifft. »Ich bin froh, dass ich gewonnen habe. Alles andere kommt später.«

An das Später will auch die junge Bianka Lamade noch nicht denken. Die 18-Jährige aus Pforzheim schickte bei ihrem Wimbledon-Debüt die Tschechin Denisa Chladkova mit 6:1, 6:7 (1:7), 6:3 vom Platz. In der zweiten Runde spielt die Weltranglisten-63. entweder gegen die Nummer zwölf, Elena Dementjewa aus Russland, oder die Amerikanerin Allison Bradshaw, die nur an Position 102 geführt wird.

Mit einem »Verrückten« bekommt es David Prinosil zu tun. Nach seinem 6:7 (5:7), 6:2, 6:4, 6:4-Sieg gegen den Südkoreaner Hyung-Taik Lee spielt der Amberger gegen Davide Sanguinetti. »Und der ist verrückt wie alle Italiener«, meinte der Daviscup-Akteur mit einem Schmunzeln im Gesicht. Auch gegen Sanguinetti hat der 28-Jährige noch nie gespielt, aber das soll kein Hinderungsgrund sein, um noch »ein paar Spiele zu gewinnen«. Überhaupt sei er froh, erklärte Prinosil, »dass ich langsam wieder an Selbstvertrauen gewinne; schließlich war meine Saison bislang nicht sonderlich gut«.

Ein hoch motivierter Champion

Derlei Gedanken sind dem Serien-Champion wildfremd. Auf dem Gras an der Church Road wird alljährlich ein neuer Pete Sampras geboren. Sein 65. Match auf dem »heiligen Rasen«, von denen er ganze fünf verlor, sah wieder einen strahlenden und hoch motivierten Tennisprofi - und das lag nicht nur an dem traditionell weißen Dress.

»Ich bin froh, dass ich die Ballwechsel kontrollieren konnte«, gab sich der Topfavorit bescheiden. Sein nächster Kontrahent auf dem Weg zum fünften Titel in Serie und damit der Einstellung des Rekords des Schweden Björn Borg ist nun der Brite Barry Cowan, der dank einer Wildcard ins Hauptfeld gerutscht war. Eine kleine Wiedergeburt feierte auch der Kroate Goran Ivanisevic, der wie Lokalmatador Tim Henman und der Russe Marat Safin die erste Hürde glänzend übersprang.

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