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Tennisturnier in Wimbledon: Mayer und Kohlschreiber scheitern im Viertelfinale

Er stand gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic auf verlorenem Posten. Florian Mayer hat die Chance verpasst, Angelique Kerber ins Halbfinale von Wimbledon zu folgen. Und auch der zweite deutsche Trumpf stach nicht.

Tennisprofi Florian Mayer hat die Überraschung gegen Titelverteidiger Novak Djokovic in Wimbledon klar verpasst. In seinem zweiten Viertelfinale bei dem wichtigsten Rasentennisturnier der Welt unterlag der Bayreuther am Mittwoch dem Weltranglistenersten 4:6, 1:6, 4:6. Der Serbe trifft nun im Traum-Halbfinale auf Roger Federer.

Mayer, die Nummer 29 der Tenniswelt, hatte im ersten und dritten Satz seine Möglichkeiten, machte aber die Big Points nicht und musste sich schließlich nach 1:45 Stunden Spielzeit geschlagen geben. "Wenn du deine Chancen nicht nutzt, kannst du die Nummer eins der Welt nicht schlagen - so einfach ist das", sagte der 28-Jährige.

"Wieder Lust darauf, gegen die Großen zu gewinnen"

Erstmals hatte Mayer vor acht Jahren in der Runde der besten Acht von Wimbledon gestanden. Für ihn war es im zweiten Vergleich mit Djokovic die zweite Niederlage. "Es ist noch mal ein Ansporn, noch mal wieder nach vorne zu kommen im Ranking. Man hat einfach wieder die Lust darauf, gegen die Großen zu gewinnen", bilanzierte der Deutsche.

Mayer verpasste es, der Kielerin Angelique Kerber ins Halbfinale zu folgen. Am Nachmittag vergab auch Philipp Kohlschreiber die Chance dazu. Er unterlag dem Franzosen Jo-Wilfried Tsonga trotz starker Leistung mit 6:7 (5:7), 6:4, 6:7 (3:7), 2:6. Tsonga trifft in der Vorschlussrunde der All England Championships auf den britischen Lokalmatador Andy Murray oder den Spanier David Ferrer. Im anderen Semifinale stehen sich der sechsmalige Wimbledon-Sieger Roger Federer aus der Schweiz und der serbische Weltranglisten-Erste Novak Djokovic gegenüber.

"Es hätte auch in eine andere Richtung laufen können"

Dabei hatte die Tageszeitung "The Guardian"am Mittwoch bereits - auf Deutsch - von einer "Wiedergeburt" der Deutschen in Wimbledon geschrieben. Denn überhaupt noch nie bei einem Grand-Slam-Turnier hatten vier Deutsche die Runde der besten Acht erreicht.

Nach Sabine Lisickis Aus gegen Kerber am Dienstagabend war dann aber auch für Mayer wie erwartet Endstation im Viertelfinale. Schon vor seinem Duell gegen Djokovic hatte der Rasenspezialist Mayer gesagt: "Ich habe nichts zu verlieren und werde versuchen, ihn etwas zu irritieren." Aber das gelang ihm nur im ersten Satz und zeitweise im dritten. Nach einem Break im ersten Satz zum 3:2 verlor er aber prompt seinen Aufschlag wieder. Nach einer kurzen Regenunterbrechung hatte er dann bei 4:4 wieder 0:40 bei Djokovics Aufschlag, nutzte aber alle drei Chancen zum Break nicht. "Es hätte heute auch in eine andere Richtung laufen können", sagte Djokovic.

"Standing Ovations" aus der "Royal Box"

Im zweiten Satz ging es schnell: Djokovic war nun dominant in dem Match, das für ein Rasen-Spiel von ungewöhnlich vielen langen Grundlinien-Ralleys geprägt war. Im dritten Satz machte der Weltranglistenerste dann wieder die Big Points: Er durchbrach Mayers Aufschlag zum 5:4 und wehrte postwendend zwei Breakbälle ab, um sich mit einem Ass sein erstes Duell mit Federer im All England Club zu sichern. "Ich freue mich darauf, Roger ist ein großartiger Champion", sagte der 25-Jährige.

Der sechsfache Wimbledon-Champion Federer hatte sich im Eiltempo mit 6:1, 6:2, 6:2 gegen den Russen Michail Juschni durchgesetzt. Er hatte dafür "Standing Ovations" von Prinz William, dessen Frau Kate sowie Steffi Graf und Andre Agassi aus der "Royal Box" bekommen.

mad/DPA / DPA

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