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US Open: Federer gewinnt "Duell der Generationen"

Es war ein hochklassiges Herren-Finale bei den US Open. Gegen einen aufopferungsvoll kämpfenden Andre Agassi behielt am Ende der Schweizer die Oberhand.

Roger Federer hat seinen Titel bei den US Open verteidigt - allerdings mit mehr Mühe als erwartet. Der Tennisprofi aus der Schweiz bezwang am Sonntag in New York Andre Agassi in 2:20 Stunden mit 6:3, 2:6, 7:6 (7:1), 6:2, doch das Ergebnis täuschte darüber hinweg, wie hart Federer für den zweiten Triumph in Flushing Meadows und den insgesamt sechsten Grand-Slam-Titel kämpfen musste.

Während der Weltranglisten-Erste Federer ein Preisgeld von 1,1 Millionen Dollar (rund 890 000 Euro) einstrich, bekam der auf Platz fünf des Champions Race vorgerückte Amerikaner 825 000 Dollar. Agassis Scheck war um 50 Prozent aufgestockt worden, weil er die amerikanische Turnierserie vor den US Open als Zweiter beendet hatte.

Agassi lange ebenbürtig

Der Schweizer startete souverän in den ersten Satz. Mit einem frühen Break setzte er Agassi unter Druck. Doch der Mann aus Las Vegas wehrte im ersten Durchgang gleich sechs Satzbälle ab und brachte sich immer besser ins Spiel. Im zweiten Satz lief der zweifache US Open-Sieger sogar zur Höchstform auf und lieferte einen Kraftakt nach dem anderen ab. Federer, bei dem sich vor alle die Rückhand-Fehler häuften, musste zusehen, wie Agassi das Heft in die Hand nahm und nach Sätzen ausglich.

Im entscheidenden Moment des dritten Durchgangs behielt aber Federer die Oberhand. Der wohl eleganteste Spieler deklassierte Agassi im Tie-Break und sorgte damit für die Vorentscheidung in diesem Match. Obwohl der "alte Mann" gegen seinen elf Jahre jüngeren Gegner noch einmal alles aus sich heraus holte, war der vierte Satz nur noch Formsache. Unter den Augen seiner Freundin Miroslava Vavrinec sicherte sich der Schweizer seinen zweiten Titel nach dem Vorjahressieg gegen Lleyton Hewitt.

Clijsters sichert sich Rekord-Preisgeld

Doch im Augenblick des Triumphes dachte Federer nicht an Rekorde, sondern vor allem an seinen Gegner, der sich nach dem Finale mit den Worten "Danke für die letzten 20 Jahre in New York" von seinen Fans verabschiedete. Ob es ein endgültiger Abschied war, konnte nicht einmal der US Open-Champion sagen. "Andre, ich hoffe, dass Du weiter spielst", flehte ihn Federer regelrecht an, der im Duell der Generationen am Ende verdient gewann.

In der Damenkonkurrenz der US Open triumphierte einen Tag vorher Kim Clijsters. Die Belgierin sicherte sich damit im fünften Anlauf endlich den ersten Grand-Slam-Titel. Clijsters bezwang in einem einseitigen Finale die Französin Mary Pierce mit 6:3, 6:1. Für Pierce war es die zweite Grand-Slam-Endspiel-Niederlage des Jahres. Auch bei den French Open war die 30-Jährige mit Justine Henin-Hardenne einer Tennisspielerin aus Belgien unterlegen.

Als Siegerin der im Vorfeld des Hartplatzturniers in Flushing Meadows ausgespielten Turnierserie kassierte Clijsters die doppelte Siegprämie in Höhe von 2,2 Millionen Dollar (fast 1,8 Millionen Euro). Mehr Preisgeld hat es im Frauensport noch nie gegeben.

DPA

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