Verletzt Nicolas Kiefer sagt Wimbledon ab


Eine Handverletzung hat Nicolas Kiefer zur Absage des ältesten und prestigeträchtigsten Tennisturniers der Welt gezwungen. Der in Wimbledon ursprünglich an Position 18 gesetzte Deutsche ist "total enttäuscht und niedergeschlagen".

Auch die medizinische Abteilung der Fußball-Nationalmannschaft konnte Nicolas Kiefer nicht helfen. Tieftraurig und mit hängenden Schultern verließ der Tennisprofi das Quartier der deutschen WM-Kicker in Berlin und teilte dem All England Club in Wimbledon seine Absage für das am Montag beginnende Grand-Slam-Rasenturnier (26. Juni bis 9. Juli) mit. Die Verletzung an der linken Hand, die schon vor knapp drei Wochen seine Aufgabe in der dritten Runde der French Open erzwungen hatte, mache einen Start unmöglich, teilte Kiefer mit.

"Es ist zum verrückt werden"

"Die Mediziner haben alles versucht und alles getan, aber Entzündung und Schwellung wollen nicht abklingen. Es ist zum verrückt werden", sagte der 28-Jährige, der im Januar bei den Australian Open erstmals in einem Grand-Slam-Halbfinale stand und an der Church Road endlich wieder für Furore sorgen wollte. "Ich hatte mir in diesem Jahr so viel vorgenommen", sagte der in Wimbledon ursprünglich an Position 18 gesetzte Hannoveraner. "Ich bin total enttäuscht und niedergeschlagen."

"Werde meinen weiteren Jahresplan völlig überdenken"

Der zehnte Auftritt auf dem "Heiligen Rasen" sollte die Flaute der letzten Jahre beenden. Dem guten Abschneiden bei der Premiere 1997, als er das Viertelfinale erreichen konnte, folgten drei Erstrunden-Niederlagen und im Vorjahr auch nur der Vorstoß in die dritte Runde. Obwohl Kiefer gerne auf Rasen spielt, wollte es ihm nicht mehr gelingen, seinen Geburtstag am 4. Juli als Turnierteilnehmer zu feiern.

Schon in Halle hatte der Daviscupspieler in der vorigen Woche absagen müssen. "Jetzt werde ich meinen weiteren Jahresplan völlig überdenken und die Pause, die nach Wimbledon geplant war, vorziehen. Wie es weitergeht, kann ich im Moment noch nicht sagen."

Fußball-WM statt Rasen-Tennis

Der Arztbesuch am Mittwoch war nicht der erste bei WM-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Physiotherapeut Klaus Eder, der auch die Daviscup-Mannschaft betreut. "Ich bedanke mich ganz herzlich beim DFB und den Verantwortlichen der Nationalmannschaft", sagte Kiefer artig auf seiner Internetseite. "Schon in Dortmund, unmittelbar vor dem Polen-Spiel, haben sie mich untersucht. Ebenso jetzt in Berlin." Dass er jetzt die WM-Spiele im Fernsehen oder sogar im Stadion verfolgen kann, ist sicherlich nur ein schwacher Trost für den Fußball-Fan.

Andreas Bellinger/DPA DPA

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