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VOLVO OCEAN RACE: Segeln bis die Segel reißen

Die Leverkusener Hochseeyacht »illbruck« hat in der Nacht zu Mittwoch die Führung beim Volvo Ocean Race übernommen. Kurz nach 2 Uhr morgens passierte die Crew die bisher führende »Amer Sports One«.

Die Leverkusener Hochseeyacht »illbruck« hat in der Nacht zu Mittwoch die Führung beim Volvo Ocean Race übernommen. Kurz nach 2 Uhr morgens passierte Skipper John Kostecki mit seiner Crew die bisher führende »Amer Sports One« und setzte sich an die Spitze der ersten Etappe der härtesten Segelregatta der Welt.

Fünf Meilen Vorsprung

Der Positionsreport am Morgen wies bereits fünf Seemeilen Vorsprung aus. Da hatte das deutsche Boot nur noch 212 Seemeilen bis zum Zieleinlauf vor sich. Mit der Ankunft in Kapstadt am späten Abend gerechnet.

Lange Jagd

»Es ist wie eine Erleuchtung, wenn vor Dir im Dunklen plötzlich ein Punkt am Horizont auftaucht«, berichtete Wachführer Mark Christensen von der Annäherung an die »Amer Sports One«. Damit ging eine acht Tage dauernde Jagd auf das italienisch/finnische Boot erfolgreich zu Ende. Das rote Boot unter dem erfahrenen Skipper Grant Dalton hatte der »illbruck« vor gut einer Woche die Führung abgenommen.

Lohn der Mühe

»Die Crew gibt alles für den Etappensieg« hatte Skipper John Kostecki noch am Dienstag von Bord der Leverkusener Hochseeyacht »illbruck« berichtet. »Wir segeln absolut am Limit von Mensch und Material.« Diese letzte Anstrengung hat sich nun bezahlt gemacht.

Mit Highspeed nach Kapdtadt

Das große Finale der ersten und längsten Etappe der härtesten Segelregatta der Welt rist damit entschieden. Beide Boote waren mit Geschwindigkeiten von rund 13 Knoten (mehr als 20 km/h) unterwegs und sind nur noch knapp 200 Seemeilen von Kapstadt, dem ersten Etappenziel, entfernt. Bereits heute Abend wird der Sieger der Etappe im Zielhafen erwartet.

Hektische Vorbereitungen

Der erwartete Zieleinlauf überraschte sogar die Organisatoren. Eiligst wurde von der Regattaleitung ein Meeting einberufen, um die Ankunftsprozedur festzulegen.

Barbecue statt Energy-Drink

»Die Jungs werden ausgelaugt sein und durchschnittlich fünf Kilogramm an Gewicht verloren haben«, schätzt »illbruck«-Fitnesstrainer Sven Riedesel, der die Segler zunächst mit einen konzentrierten, kohlehydrathaltigen Energietrunk empfangen möchte. Die Begeisterung über diesen »Cocktail« wird sich in Grenzen halten, sehnt sich die »illbruck«-Crew nach 31 Tagen Fertignahrung doch eher nach einem deftigen Barbecue als nach High-Tech-Suppe. Mehrmals hatte die Crew per E-Mail berichtet, dass die interne Bordwährung längst aus Schokoriegeln besteht. Ideeller Wert einer Kalorien-Bombe: mehr als 100 Dollar ...

Wind-Lotterie

Letzte Ungewissheit stellt allerdings eine kleine Zone mit unbekannten Windverhältnissen dar, die beide Boote noch kurz vor Kapstadt erwartet. Eine letzte taktische Herausforderung für bei Crews

Schongang für die Segel

Zum einem großer Vorteil wurde für die »illbruck« der schonende Umgang mit dem Material. »Die Jungs haben offenbar noch kein einziges Segel kaputtgemacht«, meinte Segelkoordinator Fuzz Foster, »obwohl sie zur Zeit alles versuchen, das hinzukriegen.« Auf der »Amer Sports One« waren am Vortag schon zwei wichtige Spinnaker verloren gegangen.

1000 Seemeilen Rückstand

Die anderen sechs Boote haben übrigens mit dem Ausgang der Etappen nichts mehr zu tun. Die drittplazierte »News Corp« (Australien) lag schon 286 Seemeilen zurück. Ganz schwer wird die Etappe für die »SEB«

(Schweden), »djuice« (Norwegen) und das Frauenteam der »Amer Sports Too«. Diese Boote liegen schon weit mehr als 1000 Seemeilen hinter der Spitze. Sie könnte über eine Woche länger für die erste Etappe brauchen, wir die schnellsten Boote.

Zweite Etappe nach Sydney

Die Teams müssen weitere acht Etappen absolvieren, bis sie im Juni 2002 die Ziellinie vor dem Kieler Hindenburgufer erreichen. Der Startschuss zur zweiten Etappe fällt am 11. November. Die Route führt die Mannschaften erstmals durch das berüchtigte Südpolarmeer in die Olympiametropole Sydney.

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