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Weltcup-Auftakt: Hannawald besiegt den Fluch von Kuusamo

Guter Auftakt für Sven Hannawald in die Weltcup-Saison: In Kuusamo - dort, wo er letztes Jahr abstürzte - sprang der Hinterzartener auf den fünften Platz.

Sven Hannawald hat den bösen Fluch von Kuusamo besiegt, zum erhofften Höhenflug aber noch nicht ansetzen können. Ein Jahr nach dem Absturz an gleicher Stätte feierte der Hinterzartener am Freitag mit Platz 5 einen gelungenen Einstand in die Weltcup- Saison und erfüllte als einziger DSV-Adler die hoch gesteckten Erwartungen. "Ich bin auf jeden Fall zufrieden. Ich hatte das Glück des Tüchtigen", sagte Hannawald nach Sprüngen von 126,5 und 124 m.

Vom überragenden Matti Hautamäki trennten den Schwarzwälder jedoch Welten. Der Skiflug-Weltrekordler aus Finnland deklassierte vor heimischem Publikum die Konkurrenz mit 139 und 133,5 m (291,5 Punkte). Zweiter wurde Weltcup-Titelverteidiger Adam Malysz (Polen/277,3) vor Veli-Matti Lindström (Finnland/261,0).

"Sprünge besser als im Training"

Da die anderen deutschen Springer nur Mittelmaß boten, erfüllten sich die Hoffnungen von Bundestrainer Wolfgang Steiert im ersten Saison-Wettkampf nicht. Der Nachfolger von Reinhard Heß hatte bei seinem Einstand mit drei Springern unter den Top 15 geliebäugelt. Doch bei schwierigen Wind-Bedingungen hatten seine Aktiven nichts mit dem Ausgang an der Spitze zu tun.

Am besten kam noch Hannawald zurecht, der seine Schlappe vom Vorjahr ausbügelte. Die Gedanken an die Blamage hatte er im Vorfeld weit von sich geschoben. Hoch konzentriert und motiviert, ging der 29-Jährige an die erste Saison-Aufgabe heran, die er bei leichten Minusgraden und Rückenwind mit Bravour meisterte. "Die Sprünge waren besser als im Training, aber nicht optimal", so Hannawald, der das angestrebte Fluggefühl noch vermisste: "Es war aber ein guter Einstand unter schweren Bedingungen."

Für Martin Schmitt bedeutete der 20. Rang nach Sprüngen von 112,5 und 111 m dagegen nicht den angepeilten Befreiungsschlag. Der viermalige Weltmeister aus Furtwangen, der nach der verkorksten WM- Saison den Anschluss an die Weltspitze finden will, nahm es dennoch gelassen. «Die Saison ist lang, da gleicht sich vieles aus. Ich habe den Absprung zu spät erwischt», räumte er eigene Fehler ein. Gleiches galt für Michael Uhrmann (Rastbüchl), der sich mit Platz 26 zufrieden geben musste. «Es war meine Schuld. Ich war am Schanzentisch brutal spät dran», übte der Bayer Selbstkritik.

Völlig von der Rolle präsentierten sich die anderen DSV-Springer. Georg Späth (Oberstdorf/98,5 m), Stephan Hocke (Oberhof/87) und Alexander Herr (Schonach-Rohrhardsberg/85) schieden im ersten Durchgang aus. Maximilian Mechler (Isny) und Michael Neumayer (Berchtesgaden) waren bereits in der Qualifikation hängen geblieben.

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