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Weltcup-Skispringen: Hannawald segelt am Podest vorbei

Dem Jubel folgte die Ernüchterung: Trotz einer guten Vorstellung hat Sven Hannawald beim Weltcup-Skispringen in Engelberg seinen ersten Podestplatz in dieser Saison verpasst.

Dem Jubel folgte die Ernüchterung: Trotz einer guten Vorstellung hat Sven Hannawald beim Weltcup-Skispringen in Engelberg am Samstag seinen ersten Podestplatz in dieser Saison verpasst. Nach seinem Final-Sprung auf 133,5 m riss der Hinterzartener die Fäuste freudig nach oben, doch am Ende musste er sich mit Rang fünf begnügen. "Es war mehr drin. Ich sehe noch Reserven", stellte Hannawald fest. Michael Uhrmann (Rastbüchl) sorgte mit seinem achten Platz für ein akzeptables Ergebnis der deutschen Springer, von denen lediglich vier das Finale der besten 30 erreichten. Eine große Enttäuschung war Martin Schmitt, der als 31. nach dem ersten Durchgang ausschied und kommentarlos ins Mannschaftshotel verschwand.

Beim Weiten-Festival auf der Titlis-Schanze setzte sich der Norweger Roar Ljökelsöy vor Janne Ahonen (Finnland) und Martin Höllwarth (Österreich) durch und übernahm mit 288 Punkten die Führung im Gesamt-Weltcup. Für einen Paukenschlag sorgte sein Landsmann Sigurd Pettersen, der vor 4500 Zuschauern im Finale mit 137,5 m einen Schanzenrekord aufstellte.

"Ich bin dennoch zufrieden"

Hannawald hatte als Dritter nach dem ersten Sprung einen Podestplatz fest im Visier, doch 250,8 Punkte waren dafür am Ende zu wenig. "Ich bin dennoch zufrieden. Solange ich unter den Top 6 bin, ist es okay", erklärte der 29-Jährige. Wie schon am Vortag in der Qualifikation musste der deutsche Vorzeigespringer erkennen, dass ihm die Anlage in Engelberg nicht liegt. "Es läuft zäh, aber ich kämpfe mich durch. So richtig Spaß macht es nicht", räumte Hannawald ein.

Durchwachsene Vorstellung

Bundestrainer Wolfgang Steiert verfolgte die durchwachsene Vorstellung der acht DSV-Springer mit gemischten Gefühlen. "Sven hat gezeigt, dass seine Form ansteigt", lobte er seinen Musterschüler, der einmal mehr das in der Breite unbefriedigende Team-Ergebnis überstrahlte. "Ich weiß, dass unsere Form nicht schlecht ist. Man sieht es auf dem Papier nur noch nicht so", kommentierte Steiert trotzig die Tatsache, dass sich neben Schmitt auch Georg Späth (36.), Alexander Herr (44.) und Jörg Ritzerfeld (45.) nach dem ersten Durchgang verabschiedet hatten. Stephan Hocke als 19. und Maximilian Mechler auf Rang 20 boten nur Mittelmaß.

Grund zur Freude hatte Michael Uhrmann, der im Finale auf 131 m segelte. "Das war der erste Sprung, den ich hier richtig getroffen habe", stellte der Bayer zufrieden fest. Im Gesamt-Weltcup rückte Uhrmann (13.) als zweiter DSV-Springer neben Hannawald (7.) unter die Top 15, die automatisch für die Wettbewerbe qualifiziert sind.

Eric Dobias, dpa / DPA

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