Wimbledon Favoritensterben bei den Frauen


Jetzt hat es auch die Nummer 1 erwischt: Die Serbin Ana Ivanovic flog in Wimbledon gegen eine unbekannte Chinesin raus. Für die deutschen Spieler Mischa Zverev und Simon Stadler ist das Turnier ebenfalls beendet.

Am ersten Regentag in Wimbledon wurde Mischa Zverev vom Pech verfolgt. Als der 20-Jährige aus Hamburg in seinem ersten Drittrundenmatch bei einem Grand-Slam-Tennisturnier am Freitag den zweiten Satz gegen den an Nummer 13 gesetzten Schweizer Stanislas Wawrinka verloren hatte, passierte es. Eine Verletzung am linken Oberschenkel machte das Weiterspielen unmöglich. Bitter enttäuscht gab der Weltranglisten-91. beim Stand von 5:7, 1:6 auf und verließ humpelnd den Platz.

"Ich hatte schon im Training was gemerkt, die Verletzung aber nicht so ernst genommen. Der hintere linke Oberschenkel ist gezerrt und außerdem ein Muskel zwischen den Rippen", sagte der gebürtige Moskauer, der sich trotzdem über ein "Super-Turnier" freute. Aber aus war es mit dem Traum vom Achtelfinale auf dem "Heiligen Rasen", das auch der Münchner Simon Stadler am Abend glatt verpasste.

Der Qualifikant aus München, der in der Weltrangliste Platz 176 belegt, konnte gegen den hohen Favoriten Marcos Baghdatis aus Zypern nur einen Satz mithalten und musste sich mit 6:7 (2:7), 4:6, 2:6 der größeren Erfahrung des an Nummer zehn gesetzten Australian-Open- Finalisten von 2006 beugen. Thomas Haas, Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler können an diesem Samstag als letzte deutsche Tennisprofis die Runde der besten 16 bei den 122. All England Championships erreichen.

Federer souverän ins Achtelfinale

Titelverteidiger Roger Federer ließ sich auf dem Weg zum sechsten Rekordsieg auch von einer eineinhalb Stunden langen Regenpause nicht beirren und feierte beim 6:3, 6:3, 6:1 in nur 81 Minuten gegen Marc Giquel seinen 62. Rasensieg in Serie. "Ich bin wieder ohne Satzverlust geblieben. Das macht mich natürlich sehr zufrieden und froh", sagte der 26-Jährige, der im Achtelfinale auf Lleyton Hewitt trifft. Der Australier, der auf dem "Heiligen Rasen" 2002 triumphiert hatte, setzte sich in 2:04 Stunden mit 6:1, 6:3, 7:6 (7:2) gegen Simone Bolelli aus Italien durch.

Das Warten im nassen Wimbledon raubte indes Ana Ivanovic die Nerven und hatte bittere Folgen für die 20 Jahre alte French-Open- Siegerin. Die topgesetzte Serbin verlor ihre Drittrundenpartie gegen die Chinesin Jie Zheng mit 1:6, 4:6. Dabei war die nach langwieriger Sprunggelenks-Verletzung auf Platz 133 der Weltrangliste abgerutschte Spielerin aus dem Land der kommenden Olympischen Spiele nur dank einer Wildcard ins Hauptfeld gelangt.

<zwriti>Für Scharapowa geht das Leben weiter

Das Favoritensterben bei den Damen ging also weiter. Vor der momentan Besten der Tennis-Welt hatte am Abend zuvor schon die Nummer zwei die Taschen packen müssen. Maria Scharapowa, die Championesse von 2004, ging im russischen Duell gegen die bis dato namenlose Alla Kudryawtsewa mit 2:6, 4:6 unter. Nach 22 leichten Fehlern verabschiedete sie sich mit den Worten aus Wimbledon: "Sie hat alles besser gemacht als ich. Aber das Leben geht weiter und es gibt bestimmt Schlimmeres, als ein Tennismatch zu verlieren."

Vielleicht hatte sie den kleinen Center Court aber auch mit einem Laufsteg bei einer Modenschau verwechselt, mutmaßte die Londoner "Times". Auf jeden Fall wurde es nach ihrem unfreiwilligen Abschied leiser auf dem "Heiligen Rasen". Die exaltierten Laute der 21- Jährigen hatten immer wieder für Ärger gesorgt. Der frühere Oberschiedsrichter Alan Mills wollte der schönen Russin sogar einen Maulkorb verpassen, wenn ihre Geräusche wieder einmal die Lautstärke eines startenden Jumbojets überboten. Auch Boris Becker forderte ein "Stöhnverbot" und begründete dies im Interview mit dem Magazin "GQ" so: "Das hat was Sexuelles - das wird man reduzieren müssen."

DPA DPA

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