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Wimbledon Grandioser Tommy Haas erreicht das Halbfinale


Der Höhenflug geht weiter: Der wiedererstarkte Tommy Haas hat in Wimbledon nach einer beeindruckenden Vorstellung gegen Novak Djokovic das Halbfinale erreicht. Dort bekommt es Haas jetzt mit einer ganz harten Nuss zu tun. Und dennoch: Ab sofort ist für den "Tommynator" alles möglich.

So gut war Thomas Haas noch nie. Mit perfektem Rasen-Tennis besiegte der Hamburger am Mittwoch Novak Djokovic aus Serbien wie schon im Endspiel von Halle und stürmte durch ein 7:5, 7:6 (8:6), 4:6, 6:3 in sein erstes Halbfinale in Wimbledon. Ein Jahr nach Rainer Schüttler sorgt Haas für ein neues deutsches Hoch bei den All England Championships, zu dem auch die 19-jährige Berlinerin Sabine Lisicki trotz des Aus im Viertelfinale ihren Teil beitrug.

Das Haas-Märchen geht in der Vorschlussrunde mit der Vorstellung gegen Roger Federer weiter, der sich im Aufschlag-Gewitter des diesmal nur 23 Asse schlagenden Kroaten Ivo Karlovic mit 6:3, 7:5, 7:6 (7:3) durchsetzte. "Ich wäre noch selbstbewusster, wenn ich auch letztes Jahr hier gewonnen hätte", meinte der fünfmalige Champion aus der Schweiz, der dem verletzt fehlenden Spanier Rafael Nadal vor zwölf Monaten unterlegen war. Von den elf Vergleichen mit Haas hat er zwei verloren, zuletzt im Achtelfinale bei den French Open. Auf dem "Heiligen Rasen" fiel die Achtelfinal-Partie der Beiden 2007 aus, weil Haas eine Bauchmuskelverletzung plagte.

Im Duell des ältesten Spielers im Turnier gegen den jüngsten setzte der 31-Jährige Haas die Akzente. Unglaublich sein Einsatz und die Art und Weise, wie er selbst beste Bälle seines Gegenübers erlief - oder vorausahnte, wohin sie kommen würden. Doch auch der 22-jährige Serbe, der in der Weltrangliste auf Position vier geführt wird, begann ungeheuer konzentriert und entschlossen. Die finale Pleite von Halle wolle er unbedingt ausmerzen, hatte er vorher gesagt.

Aber Haas, der bislang nur bei den Australian Open dreimal (1999, 2002, 2007) im Halbfinale stand, wirkte bei schwüler Hitze und über 30 Grad frischer und auch lauffreudiger. Dazu brillierte er über weite Strecken mit Serve-and-Volley, wie es die Alt-Meister Boris Becker und Pete Sampras nicht besser hätten vorführen können. Weil auch der Aufschlag wieder bestens kam, hatte Djokovic in den entscheidenden Momenten meist das Nachsehen. So im ersten Satz, als Haas im letzten Augenblick zum 6:5 das entscheidende Break gelang.

Das spannende und hochklassige Match schien auch im zweiten Durchgang den gleichen Verlauf zu nehmen. Wieder schaffte Haas das Break zum 6:5 - doch diesmal kämpfte Djokovic zurück, um im Tiebreak trotz dreier Satzbälle doch zu verlieren. Danach fühlte sich Haas offensichtlich zu sicher und ließ in der prallen Sonne ein wenig die Zügel schleifen. Das bestrafte sein Gegenüber sofort und verkürzte auf 1:2 Sätze. Früher wäre der Wahl-Amerikaner explodiert und hätte sich und andere mit bösen Worten überzogen. Doch der gewandelte Haas kämpfte unverdrossen weiter, schaffte zum 3:1 das Break und ist als Wimbledon-Halbfinalist zurück unter den besten 20 der Weltrangliste.

DPA DPA

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