Wimbledon Haas bangt, Kiefer schmerzfrei


Wenige Tage vor dem Start des wichtigsten Tennisturniers der Welt sieht es um die beiden deutschen Aushängeschilder nicht gut aus: Tommy Haas laboriert an einer Schulterverletzung und Nicolas Kiefer ist nach langer Verletzungszeit noch nicht fit.

Für Thomas Haas wird die Zeit knapp. Auch fünf Tage vor dem ersten Aufschlag in Wimbledon stand am Dienstag die Teilnahme des besten deutschen Tennisprofis bei dem Rasen- Klassiker im Südwesten Londons (25. Juni bis 8. August) noch immer nicht fest. Das Zittern geht weiter, war aus dem Umfeld des 29- Jährigen zu erfahren, der bei Nationalmannschaft-Physiotherapeut Klaus Eder trainiert. Durch die gezielte Behandlung soll die entzündete rechte Schulter fit gemacht werden, die den gebürtigen Hamburger schon einmal zu einer 14-monatigen Pause gezwungen hatte.

Nach dpa-Informationen ist noch keine Entscheidung gefallen, ob Haas bei den All England Championships spielen kann oder nicht. Eine Absage war bis Dienstagnachmittag beim veranstaltenden All England Club in London allerdings auch nicht eingegangen. "Ich werde nichts überstürzen. Nur wenn ich vollkommen gesund bin, werde ich wieder spielen", hatte Haas schon bei seiner Absage der French Open betont.

Kiefer ist wieder verletzungsfrei

Für Nicolas Kiefer sind die 373 Tage frustrierend langer Verletzungszeit dagegen überwunden. Nach seinem verheißungsvollen, wenn auch gegen den späteren Turniersieger Tomas Berdych verlorenen Comeback im Einzel vor einer Woche beim Rasen-Turnier in Halle, holte sich der 29-Jährige im Doppel mit Andrei Pavel weitere Matchpraxis. "Ich stand oft nicht richtig zum Ball, kam manchmal einen Schritt zu spät. Aber das Wichtigste ist: Ich habe keinerlei Schmerzen im linken Handgelenk mehr; nur nach drei Matches ein bisschen Muskelkater."

Seit Montag trainiert Kiefer auf dem "Heiligen Rasen". Bei der so genannten Boodles Challenge im Stoke Park Club in Buckinghamshire will er sich zudem mit Konkurrenten wie dem Argentinier David Nalbandian, dem Russen Marat Safin oder dem Olympiasieger Nicolas Massu aus Chile messen. "Ich brauche noch ein paar Matches, um reinzukommen", erklärte der Hannoveraner, warum er bei dem unbedeutenden Einladungs-Turnier startet.

Haas kam nie über die dritte Runde hinaus

Dass die beiden schwächelnden deutschen Aushängeschilder die erste Woche des bedeutendsten Tennisturniers der Welt überstehen können, scheint gemessen an der aktuellen Fitness fraglich zu sein. Nicht nur deshalb, denn Haas scheiterte bislang bei acht Versuchen jeweils spätestens in der dritten Runde - und auch Kiefer kam bei insgesamt neun Starts nur zwei Mal weiter: 2001 schaffte er die vierte Runde und bei seinem Debüt 1997 das Viertelfinale.

Die besten Chancen dürfte Philipp Kohlschreiber haben, der seine prächtige Form mit dem Erreichen der Vorschlussrunde in Halle unterstrichen hat und danach ankündigte, es im niederländischen s'Hertogenbosch "etwas ruhiger angehen lassen" zu wollen. Leichte Schmerzen in der rechten Schulter zwangen ihn am Dienstag nach dem mit 2:6 verlorenen ersten Satz gegen den Argentinier Sergio Roitman vorsichtshalber zur Aufgabe.

Kohlschreiber zum dritten Mal dabei

Erst zum dritten Mal schlägt der Augsburger an der Church Road auf, wo er im vorigen Jahr die dritte Runde schaffte, nachdem er 2005 schon in seinem Auftaktmatch gescheitert war. "Ich freue mich auf Wimbledon, denn ich bin in guter Form", sagte Kohlschreiber. Wie seine Daviscup-Kollegen hofft auch der 23- Jährige, bei der Auslosung am kommenden Freitag in London mit Fortuna im Bunde zu sein. "Dann kann ich auch in Wimbledon weit kommen."

Andreas Bellinger und Wolfgang Müller/DPA DPA

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