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Wintersport: Doppelsieg für Ito - Freitag nicht zufrieden

In den vergangenen Jahren wären deutsche Skispringer mit den Plätzen sechs und acht zufrieden nach Hause geflogen, das hat sich mittlerweile geändert. Richard Freitag wirkte nach den beiden Top-Ten-Platzierungen in Sapporo sogar eher genervt, denn an beiden Tagen wäre wesentlich mehr drin gewesen.

Die deutschen Skispringer gingen beim Weltcup in Sapporo leer aus. Während Richard Freitag immerhin zweimal unter die besten Zehn kam, erlebte Severin Freund an der Stätte seines ersten Karrieresieges ein schwarzes Wochenende.

Freund stapfte nach seinem doppelten Absturz missmutig davon, und auch Freitag war mit seinen zwei Top-Ten-Plätzen nicht wirklich zufrieden. Im Land der aufgehenden Sonne haben sich die Hoffnungen der deutschen Skispringer auf einen Podestplatz nicht erfüllt.

Beim Doppelerfolg des Japaners Daiki Ito konnte Freitag mit den Plätzen sechs und acht noch am ehesten mit der Weltspitze mithalten. "Die Sprünge waren gut, aber für ganz vorne haben sie nicht gereicht. Ich nehme wieder einige Punkte mit heim, das ist okay. Es hätten aber auch gerne ein paar mehr sein können", bilanzierte Freitag den Japan-Trip.

Freund verpasst den zweiten Durchgang

Den dürfte Freund dieses Mal in unangenehmer Erinnerung behalten. Ausgerechnet an der Stätte seines ersten Weltcupsieges verpasste der Bayer als 36. erstmals seit 13 Monaten wieder ein Finale. Entsprechend groß war die Enttäuschung bei dem 23-Jährigen. "Mich hat es im Flug ziemlich zerrupft. Solche Tage gibt es leider auch im Skispringen. Das muss man einfach abhaken", sagte Freund nach seinem Hüpfer auf 106 Meter.

Schon am Vortag war ihm im Finale ein ähnliches Missgeschick widerfahren, als er nur bei 104 Metern landete und vom 8. auf den 27. Rang zurückfiel. "Ich denke, der Sevi rafft sich wieder auf. Für ihn hat es hier nicht so gepasst. Aber er weiß, was er drauf hat. Der kommt wieder", sprach Freitag seinem Zimmerkollegen Trost zu.

Dabei hatte auch Freitag am Sonntag Grund zum Hadern. Mit 129 Metern lag er zur Halbzeit auf Rang zwei, doch mit 120 Metern im Finale verspielte er die gute Ausgangsposition. "Der Sprung war nicht ganz so gut, und unten hat auch die Windunterstützung gefehlt", meinte der 20 Jahre alte Sachse. Am Tag zuvor flog Freitag sogar auf 137 Meter, wegen einer verpatzten Landung wurden ihm aber viele Punkte abgezogen.

Doppelsieg für Ito

So durfte Ito auf seiner Heimschanze den zweiten Triumph innerhalb von 24 Stunden bejubeln. Nachdem er am Vortag mit dem knappst möglichen Vorsprung von 0,1 Punkten vor dem Norweger Anders Bardal seinen Premierensieg gefeiert hatte, verwies er am Sonntag den Polen Kamil Stoch um 2,1 Zähler auf Rang zwei. "Ich hätte niemals gedacht, hier zweimal gewinnen zu können. Es ist immer fantastisch zu siegen, aber vor heimischem Publikum ist es einfach nur wunderbar", sagte Ito.

In Abwesenheit von Bundestrainer Werner Schuster und des verletzten Martin Schmitt, der an seinem 34. Geburtstag via Bild-Zeitung die Fortsetzung seiner Karriere ankündigte ("Ich will auch nächste Saison weitermachen"), war im DSV-Lager nur einer richtig zufrieden: Michael Neumayer.

Mit den Plätzen 10 und 16 untermauerte der 33-Jährige seine Zugehörigkeit zur erweiterten Weltspitze und stellte danach fest: "Japan war wieder eine Reise wert. Nicht nur kulinarisch, sondern auch vom Springen her. Die Sprünge laufen besser als noch vor zwei, drei Wochen. Es hat sich gelohnt, hier rüber zu fliegen."

sportal.de / sportal

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