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Olympisches Skispringen: Drei sind noch keine Mannschaft - wird Stephan Leyhe vierter Springer in Pyeongchang?

Richard Freitag und Andreas Wellinger sind gesetzt, Markus Eisenbichler wohl auch - und dann? Die deutschen Skispringer brauchen für eine Team-Medaille in Südkorea eine vierte verlässliche Größe. Zwei Namen sind in der Verlosung.

Skispringen Finnland Freitag

Finnland, Lahti, Ski nordisch: Stephan Leyhe (l.) und Richard Freitag gratulieren Andreas Wellinger zum zweiten Platz

DPA

Im Einzel hat Stephan Leyhe noch nie auf dem Podest gestanden, auch im Team durfte er erst einen Sieg bejubeln. Obwohl die Karriere des unscheinbaren Hessen nicht von überwältigendem  Erfolg gezeichnet ist, könnte er in weniger als drei Wochen schon Skisprung-Olympiasieger sein. Leyhe wird in einem starken deutschen Team um den Gesamtweltcup-Führenden Richard Freitag zum X-Faktor, weil er als möglicher vierter Mann im Team nicht patzen darf. "Er ist ein sehr verlässlicher Springer und sehr konstant", beschreibt  Bundestrainer Werner Schuster seinen Schützling.

Welche unsichtbare Hand hält ihn zurück?

Verlässlich und konstant, das heißt bei dem 26-Jährigen aber auch: Es gibt kaum Ausreißer nach oben. "Er ist ein wichtiger Baustein unseres Teams. Aber es macht manchmal ein bisschen den Eindruck, als ob ihn eine unsichtbare Hand noch zurückhalten würde", sagte Schuster. Top-10-Plätze kommen vor, über einen fünften Rang ging es im Weltcup aber noch nie hinaus.

Leyhe beschreibt sich selbst als introvertiert und ruhig. "Ich habe gerne den Überblick über alles", sagt er und lächelt in sich hinein.  Das Reden überlässt er lieber seinen bayerischen Teamkollegen wie Andreas Wellinger oder Markus Eisenbichler.

Beim Weltcup in Willingen an diesem Wochenende hat Leyhe ein Heimspiel. Der Springer ist im Upland geboren und aufgewachsen, bei der Generalprobe zuhause will er Selbstvertrauen sammeln für seinen ersten Olympia-Start. "Ich sehe das als großen Vorteil für mich, einfach noch mal in meiner Heimat den Weltcup zu haben. Noch einmal in vertrauer Umgebung Kraft tanken, und dann geht's in den Flieger und los", kündigte Leyhe an. Pyeongchang werden seine ersten Olympischen Winterspiele.

Leyhe kennt seine Rolle als vierter Mann 

Die Rolle als vierter Mann des DSV-Quartetts ist Leyhe geläufig, er füllte sie schon bei der Nordischen Ski-WM im vergangenen Jahr und bei der Skiflug-WM in diesem Jahr aus. "Der Druck im Team, das belastet mich gar nicht", sagte Leyhe. Da es bei beiden Großevents statt einer Medaille nur Rang vier gab, soll bei Olympia nun das erste Edelmetall her.

"Ich will in den zwei Wochen einfach so viel Emotionen und Gedanken wie möglich aufsaugen", erklärte Leyhe. Das Erlebnis soll nicht auf der Strecke bleiben, auch wenn bei den Skispringern mit Tournee, Flug-WM, RAW-Air-Tour und Olympia ein Höhepunkt den nächsten jagt.

Im internen Teamduell mit Karl Geiger um den vierten Platz hinter Freitag, Wellinger und Eisenbichler sprechen gleich zwei Faktoren für Leyhe: Der Willinger kam zuletzt immer besser in Form, er springt in diesem Jahr seine bisher konstanteste Weltcup-Saison. Zudem scheint ihm die Olympia-Schanze in Pyeongchang zu liegen. Im Vorjahr, bei der Generalprobe, stellte der unscheinbare Leyhe mit einem Sprung auf 139,5 Meter einen Schanzenrekord auf.

nik/DPA

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