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Wintersport: Svindal verhindert Doppelsieg von Cuche

Didier Cuche ist bereits 37 Jahre alt, doch Alter schützt vor Leistung nicht. Nach seinem Sieg in der Abfahrt musste sich der Schweizer im Super-G dem Norweger Aksel Lund Svindal geschlagen geben. Der Deutsche Andreas Sander überzeugte abermals.

24 Stunden nach seinem zehnten Abfahrts-Coup fehlten Didier Cuche zum Abschluss des Wochenendes auf der wegen starken Winds verkürzten Strecke in Lake Louise nur 23/100 Sekunden auf Aksel Lund Svindal. Der viermalige Weltmeister aus Norwegen feierte vor dem Schweizer und dem Franzosen Adrien Theaux den 15. Weltcup-Erfolg seiner Laufbahn.

Ski-Dino Cuche zeigte auch im Spätherbst seiner Laufbahn großes fahrerisches Können. Im Alter von 37 Jahren peilt der Schweizer, der sich beim ersten Speedwettbewerb der Saison vor seinem Landsmann Beat Feuz und dem Österreicher Hannes Reichelt durchsetzte, seine fünfte Abfahrtskugel an - und würde so zum Rekordhalter, der österreichischen Legende Franz Klammer, aufsteigen.

Dann sage ich 'tschüss'

Auch ein erster Triumph im Gesamtweltcup wäre in dieser Form nicht ausgeschlossen, im Trikot des Führenden vor Svindal fährt er nach Beaver Creek. "Bei mir muss es in drei Disziplinen um die Kugel gehen, dann kann ich an die große Kugel denken", sagte Cuche und kündigte für diesen Fall den Abschied in die Rente an. "Wenn ich die mache, dann gibt es nichts zu überlegen. Dann sage ich 'tschüss'."

Zumindest die mit nur einem Podestplatz geschlagene Konkurrenz aus Österreich will dem Routinier dabei aber nicht kampflos zuschauen. "Der Schweizer Käse muss heuer noch einen Haufen Löcher kriegen", kündigte der Drittplatzierte Reichelt an.

Sander jubelt über zwei gute Resultate

Andreas Sander bejubelte derweil "überglücklich" die besten Resultate seiner jungen Karriere. Als 18. im Super-G von Lake Louise bestätigte der 22 Jahre alte ehemalige Junioren-Weltmeister am Sonntag den starken 16. Abfahrtsrang vom Vortag. "Ich kann das noch gar nicht richtig glauben. Das hätte ich niemals erwartet", sagte der Deutsche, "ich bin sehr zufrieden mit den zwei Tagen hier in Lake Louise."

Trotz des stärksten Schussfahrtergebnisses eines deutschen Athleten in Kanada seit fünf Jahren hatte Bundestrainer Karlheinz Waibel nicht nur Grund zur Freude. Nach einer verkorksten Fahrt im Super-G verlor Stephan Keppler einen Stock und schwang bei schlechter Sicht und Schneefall entnervt ab. "Es ist sehr weich. Ich habe noch nie eine so schlecht präparierte Weltcup-Piste gehabt", schimpfte er. "Jetzt freue ich mich auf Beaver Creek, dort ist immer alles perfekt."

Keppler und Stechert lassen Chance aus 

Kommendes Wochenende will Keppler in den USA auch seinen 35. Rang aus der Abfahrt vergessen lassen, mit dem er ebenso wie Tobias Stechert auf Rang 32 nach Patzern am verzwickten Abschnitt Coaches Corner die erhofften Weltcup-Punkte vergab. "Die beiden haben Riesenchancen verschenkt", meinte Waibel und lobte seinen Jungspund Sander, der sich noch im Training seinen Startplatz erkämpfen musste: "Das war wirklich eine tolle Leistung von ihm."

Bei zuvor trüben Verhältnissen nutzte Sander die bessere Sicht mit Startnummer 41 in der Abfahrt perfekt aus. "Das ist schon eine coole Aktion gewesen", freute sich Alpin-Direktor Wolfgang Maier für das größte Speed-Talent in seinem Team. Zum ersten Mal war Sander vor dieser Saison mit ins Trainingslager nach Chile gereist, soll aber auch weiterhin noch im zweitklassigen Europacup an den Start gehen.

sportal.de / sportal

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