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WM-Stadien 2010: Kicken mit "Skywalk" und Meerblick

Sie baut drei neue Stadien für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika: Die Berliner Dependance des Hamburger Architektenbüros von Gerkan, Marg und Partner hat die Pläne für das sportliche Großereignis vorgestellt.

Sie bauen gleich drei von fünf neuen Stadien für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika: Das renommierte Architektenbüro von Gerkan, Marg und Partner (gmp), das auch den neuen Berliner Hauptbahnhof entwarf, hat am Mittwoch die Pläne für das sportliche Großereignis vorgestellt. "Es hat uns ja selbst überrascht", sagte der federführende Berliner Architekt Hubert Nienhoff zum Zuschlag für drei WM-Arenen. gmp zeichnet für die Stadien für die Metropolen Durban, Port Elizabeth und Kapstadt verantwortlich. Zum ersten Mal in der Geschichte Südafrikas bekommt das Land neue Stadien, die dem Fußball gewidmet sind. Zu Zeiten der Apartheid wurden sie für Cricket und Rugby gebaut.

Das Büro gmp (Hamburg) hat sich bereits bei der WM in Deutschland einen Namen gemacht. Viel gelobt wurde das von Volkwin Marg behutsam neu gestaltete Berliner Olympiastadion, der Schauplatz des Finales. Bei der WM in Südafrika arbeiten gmp mit Ingenieuren und Architekten vor Ort zusammen. Das Berliner gmp-Büro war früh in Kontakt mit den potenziellen Bauherren am Kap, berichtete Nienhoff. Die WM-Arenen von 2006 gelten nach seinen Worten als die derzeit besten, sie seien "state of the art". Deutsche Architekten treten weltweit öfter in Erscheinung: Meinhard von Gerkan entwarf wie sein Konkurrent Albert Speer eine ganze Stadt für das boomende China.

Enormer Zeitdruck

Nienhoff zweifelt nicht, dass Südafrika rechtzeitig mit den Bauten für die WM fertig wird, wie jüngst in den Medien angedeutet worden war. "Wir sind zum Erfolg verurteilt, an uns wird es nicht liegen", meinte er. Er sei sehr beeindruckt von Südafrika als Land, von der Zielstrebigkeit der Menschen und der Beschlussfähigkeit der Kommunen. Auch die Gespräche mit Kapstadts neuer Bürgermeisterin Helen Zille - einer Nachfahrin des Berliner Malers Heinrich Zille - seien konstruktiv verlaufen. Sie hatte das Projekt zunächst gestoppt. Nun ist in der Stadt am Tafelberg aber laut Nienhoff ein Standort gefunden worden, an dem gebaut werden kann.

Imposant mutet der Entwurf für Durban an. Das Kingspark Stadion mit seinen maximal 85.000 Plätzen soll von einem "Skywalk", einem riesigen begehbaren Bogen, überspannt werden, mit Ausblick auf den Indischen Ozean. "Sie wollten mit ihrem Stadion auf die Landkarte", berichtete Nienhoff über die Bauherren in Durban. Die Budgets sind international gesehen relativ niedrig. In Port Elizabeth beträgt es etwa 60 Millionen Euro, in Durban und Kapstadt etwa 180 Millionen Euro. Als Vergleich: Der Umbau des Berliner Olympiastadions kostete 250 Millionen Euro.

Caroline Bock/DPA

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