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Hochleistungssport im Alter: 99-Jähriger stellt zwei neue Weltrekorde im Schwimmen auf

George Corones wird im April 100 und bringt immer noch sportliche Höchstleistungen. Der Australier verbesserte gleich zwei Schwimm-Weltrekorde in seiner Altersklasse. Wirkliche Gegner hat er allerdings nicht.

Der 99-jährige George Corones reckt nach seinem Weltrekord den Finger in die Höhe

Zwei Weltrekorde mit 99 Jahren – Schwimmer George Corones aus Australien bringt im Alter Höchstleistungen

AFP

Es war ein einsames Rennen. George Corones pflügte mit langsamen Zügen durchs Wasser, alleine, ohne Konkurrenten auf den anderen Bahnen – es war ein Kampf zwischen Mensch und Zeit. Einem Menschen, der fast 100 Jahre alt ist, um genau zu sein. Nach 50 Metern schlug Corones unter dem tosenden Jubel der Zuschauer nach 56.12 Sekunden an – neuer Weltrekord in seiner Altersklasse. Die bisherige Bestmarke hat er damit um 35 Sekunden verbessert. Mit einer Zeit, die viele Menschen in ihren besten Jahren nicht erreichen.

Drei Tage später verbesserte Corones auch noch den Weltrekord über 100 Meter Freistil. "Ich war nicht ganz in Topform, aber es hat gereicht", sagte er nachher selbstkritisch dem "Guardian". Die Zeiten sind dabei bemerkenswert, aber eher zweitrangig. Viel mehr bewundert die Welt die Kraft des 99-jährigen Australiers, in diesem Alter noch Sport zu treiben. Und dabei Höchstleistungen zu bringen.

99-Jähriger glänzt auf der großen Schwimmbühne

Auch das ist ein Grund, warum der australische Schwimmverband einem Greis die ganz große Bühne für seine Weltrekordjagd freiräumte. Corones' einsames Rennen fand in Queensland bei den Trials für die Commonwealth Games statt – dem Hochfest der Schwimmerszene in dem Land. Der 99-Jährige stellte all die jungen Stars in den Schatten.

"Ich war überwältigt von der Menge. Sie hat mich vorangetrieben", erzählte Corones. Normalerweise betreibt er seinen Sport nämlich alleine und auch eher für die eigene Gesundheit denn als Wettkampf: "Im Wasser bist du schwerelos. Du kannst alle deine Muskeln und Sehnen nutzen, ohne dass zusätzliches Gewicht auf ihnen lastet." Schmerzen habe er beim Schwimmen nie.

Der 99-jährige George Corones krault kraftvoll durchs Wasser

Mit 99 Jahren hat George Corones immer noch eine perfekte Schwimmtechnik

Getty Images

Zwei Weltrekorde – und immer noch nicht genug

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Corones das Schwimmen zunächst aufgegeben. Erst im Alter von 80 Jahren zog es ihn wieder zurück ins Wasser. Mit seiner ungebrochenen Vitalität ist er selbst zu einem kleinen Star geworden. In den zwei Tagen nach seinen Weltrekorden habe er keine freie Minute gehabt, erzählt er dem australischen Fernsehsender SBS. "Das hätte ich sicherlich nicht erwartet."

Corones hofft, für viele andere Menschen, die in ein höheres Alter kommen, Inspiration und Vorbild zu sein: "Vielleicht ermutigt es sie und gibt ihnen ein Ziel, das sie erreichen können." Für ihn sei das Schwimmen die perfekte physische und mentale Anstrengung. Wirkliche Gegner hat er selbst im Moment nicht, die Konkurrenz in seiner Altersklasse ist sehr gering bis nicht vorhanden.

Für ihn selbst soll sich aber nicht viel verändern. Im April wird er 100 Jahre alt – und hat nicht vor, in diesem Leben noch mit dem Schwimmen aufzuhören. "Ich werde einfach das genauso weitermachen, was ich bisher gemacht habe", sagte er dem "Guardian". "Ich werde mich jetzt etwas ausruhen und sobald ich mich bereit fühle, fange ich wieder an." Dann wackelt sicherlich auch bald der nächste Rekord.

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