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U21-Europameisterschaft "Ganz große Kuntz": Drei Finals, zwei Titel – die Erfolgsbilanz des Sympathietrainers

Stefan Kuntz
Stefan Kuntz: "Dieser Jahrgang ist sehr verdient Europameister geworden"
© Marton Monus/dpa
Deutschlands U21 hat sich in einem mitreißenden EM-Finale zum Fußball-Europameister gekrönt. Trainer Stefan Kuntz zeigt sich anschließend gerührt von seiner Mannschaft. Warum der Titel für ihn ein ganz besonderer ist.

Wahrscheinlich hat der NDR seine neue Doku "Der Star war die Mannschaft" über den EM-Triumph der deutschen Fußballnationalmannschaft von 1996 vor allem deshalb an den Start gebracht, um Vorfreude auf die bevorstehende Kontinentalmeisterschaft zu schüren. Darüber hinaus lässt sich im Rahmen der unterhaltsamen 60 Minuten aber auch das Erfolgsgeheimnis des Stefan Kuntz sehr anschaulich erahnen.

Denn mit welcher kindlichen Begeisterung sich Kuntz, einer der Protagonisten der damaligen Siegertruppe von Berti Vogts, an den englischen Sommer vor 25 Jahren erinnert, wie gutgelaunt und dauerlachend er seine Anekdoten vorträgt, wirkt schon auf den Zuschauer ansteckend. Wie positiv muss die Art des Sympathieträgers – um nicht zu schreiben: Sympathietrainers – dann erst auf seine Jungs wirken?

Stefan Kuntz: Tanzeinlage für seine Siegertruppe

Wobei es natürlich unanständig wäre, den Fußballlehrer Kuntz auf einen Gute-Laune-Onkel zu verkürzen. Der 58-Jährige ist inzwischen seit 2016 für den U21-Nachwuchs des DFB verantwortlich. In dieser Zeit gelang ihm dreimal (2017, 2019, 2021) der Einzug ins EM-Finale, zwei davon (2017 und 2021) konnte er gewinnen. Diese eindrucksvolle Erfolgsbilanz gelingt nicht bloß mit einem Lächeln. Sie ist vielmehr "ganz große Kuntz", wie es in den sozialen Medien treffend bezeichnet wurde.

Entsprechend stolz war Kuntz dann auch am späten Sonntagabend, nachdem seine Mannschaft sich in einem spannenden und mitreißenden Endspiel im slowenischen Ljubljana mit 1:0 gegen Portugal durchgesetzt hatte. Zuvor hatte Lukas Nmecha auf Vorlage von Ridle Baku zum herrlichen Siegtor getroffen. Im Überschwang der Gefühle kündigte der Coach anschließend sogar eine Tanz- und Gesangseinlage an.

"Dieser Jahrgang ist sehr verdient Europameister geworden", lobte Kuntz, der nach dem Final-Triumph mit feuchten Augen Familie und Freunde herzte und mit seinen Spielern ausgelassen im schwarz-rot-goldenen Konfettiregen tanzte. "Die Jungs, die hier gespielt haben, sind etwas sehr Besonderes."

"Selten so auf eine Feier gefreut wie heute"

Damit bezog er sich auch auf die öffentliche Wahrnehmung im Vorfeld des Turniers, denn dem Jahrgang war herzlich wenig zugetraut worden – erst recht nicht der dritte EM-Coup einer deutschen U21. "Man redet viel über Marktwerte", sagte Final-Siegtorschütze Nmecha mit Blick auf höher gehandelte Talente anderer Nationen. "Aber im Endeffekt waren wir die Besten, deswegen haben wir auch gewonnen." Auch Kuntz erinnerte sich an diese besondere Vorgeschichte des Jahrgangs und war umso zufriedener: "Dieser Team-Zusammenhalt war beeindruckend."

Ein Zusammenhalt, der auch bei der Feier zu erkennen war: Nachdem Kapitän Arne Maier den Pokal um 23:06 Uhr in den Nachthimmel von Ljubljana gereckt hatte, startete die Party. Wie kleine Kinder hüpften die Spieler über den Platz, schossen gemeinsame Fotos mit der Trophäe und schlossen Familie und Freunde in die Arme. Wenig später platzte der fröhliche Vater des Erfolgs dann in die Pressekonferenz der Matchwinner Nmecha und Ridle Baku – nur um dann von der gesamten Mannschaft bejubelt und mit Bier bespritzt zu werden. "Ich habe mich selten auf eine Feier so gefreut wie heute", sagte Kuntz. Mit Bier und Pokal ging es anschließend mit dem Teambus zum Hotel, wo Familien und Freunde auf die Europameister warteten.

Quellen: DPA; NDR

tim

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