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Tour de France Geister-Tour rückt näher – Premier Philippe macht Fans und Profis wenig Hoffnung

Tour de France: Das Peloton der Tour zwängt sich durch eine enge Gasse
Hunderttausende Zuschauer und Radsportfans stehen Jahr für Jahr während der Tour de France am Straßenrand. 2020 könnte das zum ersten Mal anders sein.
© Gareth Copley / Getty Images
Die Tour de France 2020 wird aller Voraussicht nach ohne Zuschauer stattfinden. Frankreichs Premier Édouard Philippe schloss am Dienstag in einer Rede Großveranstaltungen vor September aus. Auch für die Vuelta gibt es eine Hiobsbotschaft.

Christian Prudhomme, Chef und Regisseur der Tour de France, schwimmen nun wohl doch die Felle davon. Sein Traum, das legendäre Radrennen durch Frankreich trotz Cotrona-Pandemie mit Zuschauern am Straßenrand durchzuziehen, droht zu platzen. Premierminister Édouard Philippe hatte am Dienstag in einer Rede vor der französischen Nationalversammlung ausgeschlossen, dass vor September Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Personen stattfinden dürfen. Zugleich schloss er nicht aus, dass diese Regelung auch über den 1. September hinaus verlängert wird. Und genau dahin hatte Prudhomme die Tour 2020 verlegt. In der Hoffnung, den Franzosen doch die Chance zu geben, die besten Radsportler der Welt live an der Strecke anzufeuern. 

Geister-Tour 2020 kaum noch zu vermeiden

Das Szenario einer sogenannten Geister-Tour, die Tourchef Prudhomme mit der Verschiebung in den September unbedingt verhindern wollte, rückt damit wieder näher. Auch wenn Philippe in seinen Ausführungen nicht explizit auf den Radsport einging – die Verantwortlichen werden sich wohl mit dem Gedanken anfreunden müssen, dass die Radprofis ohne Unterstützung der Fans um das Gelbe Trikot kämpfen. Wie es ohne Zuschauer geht, hat die ASO, seit Jahren Veranstalter der Großen Schleife, im März schon ausprobiert. Bei der wichtigen Fernfahrt Paris-Nizza waren der Start- und Zielbereich für Zuschauer tabu. Als weiterer Test könnte nun das für August geplante Criterium du Dauphiné, ein weiteres hochkarätiges Vorbereitungsrennen, dienen.

Zumindest eine gute Nachricht brachten die Regelungen am Dienstag für in Frankreich lebende Radprofis. Denn ab dem 11. Mai ist das Individualtraining an der frischen Luft wieder erlaubt. Davon profitiert unter anderem der viermalige Toursieger Chris Froome, der in seinem Domizil in Monaco bislang nur auf der Rolle trainieren konnte. Der Brite hatte die Tour 2019 wegen eines schweren Sturzes in der Vorbereitung verpasst.

Vuelta-Start in den Niederlanden abgesagt

Einen schweren Rückschlag muss unterdessen auch die Vuelta a Espana, neben dem Giro d'Italia und der Tour de France die dritte große Rundfahrt in Europa, verkraften. Wie der Veranstalter am Mittwoch mitteilte, wurde der für den 14. August geplante Start im niederländischen Utrecht abgesagt. Der ursprünglich angesetzte Auftakt der Vuelta mit drei Etappen im Ausland könne in diesem Jahr nicht stattfinden, hieß es in einer Mitteilung. Man habe angesichts der schwierigen Lage keinen neuen gemeinsamen Termin gefunden. Der Start in den Niederlanden könnte nun eine Option für das Jahr 2022 sein, wie die Veranstalter schrieben. 

Radrennen bis 1. August abgesagt

Im April hatte Rad-Weltverband UCI wegen der Corona-Pandemie seinen Rennkalender zusammengestrichen und zunächst bis zum 1. August alle Rennen der sogenannten World Tour abgesagt. Dieser Maßnahme waren unter anderem auch die legendären Frühjahrsklassiker Mailand-San Remo, Paris-Roubaix, Lüttich-Bastogne-Lüttich und die Flandern-Rundfahrt zum Opfer gefallen. Ob und wie es nach dem 1. August im Welt-Radsport weitergeht, ist unklar.

js DPA

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