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Dessous: Gerangel um "Spitzen"-Umsätze

Dessousherstellern wird zur kalten Jahreszeit richtig heiß: Zu keinem anderen Zeitpunkt geht mehr "sündige Wäsche" über die deutschen Ladentische als in den Wochen vor Weihnachten. Hilfreich: große Plakate.

Glänzende Umsätze fallen den Markenherstellern und Fachhändlern aber nicht einfach in den Schoß. Sie müssen sich mehr denn je gegen Billiganbieter ins Zeug legen. Auf großen Plakaten werben sie mit leicht bekleideten Damen für die Ästhetik des zarten Nichts.

Milliardengeschäft mit Dessous

Denn hautnahe Stoffe sind in Deutschland ein Milliardengeschäft. Für neue Unterwäsche, Dessous, Nachthemden und Bademode gaben die Bundesbürger im vergangenen Jahr insgesamt knapp 3,5 Milliarden Euro aus. Fast zwei Drittel dieser Summe wurde in Damenwäsche investiert. Doch sowohl bei Damen- als auch bei Herrenwäsche sind die Gesamtumsätze in den vergangenen beiden Jahren leicht geschrumpft. Das geht aus aktuellen Zahlen des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels hervor.

Das liebste Unterwäschestück deutscher Frauen ist der BH, von dem sich die Händler mittelfristig eine Umsatzverdoppelung erhoffen. Bei legerer Freizeitkleidung, der so genannten Loungewear, wird sogar eine Umsatzverdreifachung erwartet. Das ergab eine Umfrage des Fachmagazins "Textilwirtschaft" im vergangenen Jahr. Im Durchschnitt lege die Kundin oder der Kunde zwischen 20 und 40 Euro für einen BH auf den Ladentisch. Es seien aber auch Büstenhalter für 75 Euro zu haben.

Aktionsware knabbert am Gewinn

"Wir sind relativ optimistisch für Weihnachten", sagt der Sprecher des Gesamtverbandes der Deutschen Maschen-Industrie, Walter Holthaus. "Aber es gibt eine starke Polarisierung am Markt", schildert er. Denn die Discounter und andere branchenfremde Anbieter machten mit ihrer Aktionsware den klassischen Miederwarenfachgeschäften zunehmend Konkurrenz.

Paradebeispiel Tchibo: Seit sechs Jahren bietet der Kaffeehändler von Zeit zu Zeit neben Röstbohnen auch zartes Nichts an. So hatte der Hamburger Konzern bereits Anfang Oktober Hemdchen und Höschen im Aktionsregal und Internetshop. "Statistisch gesehen trägt jede zweite Frau in Deutschland einen unserer BH's", meint eine Tchibo-Sprecherin.

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Eva Schröder, dpa / DPA
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