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Branchentrend: Ein neuer Chemieriese: Clariant will mit Huntsman fusionieren

Bisher waren der Schweizer Chemie-Konzern Clariant und sein amerikanisches Pendant Huntsman Konkurrenten, jetzt wollen sie fusionieren. Ein Trend, der sich durch die gesamte Chemiebranche zieht.

Hariolf Kottmann, CEO Clariant, und Peter R. Huntsman, Präsident und CEO von Huntsman, geben sich die Hand.

Clariant-Chef Hariolf Kottman (l.) und Peter R. Huntsman, Präsident und CEO von Huntsman, (r.) bei einer Medienkonferenz am Montag

In der weltweiten Chemiebranche tut sich in letzter Zeit einiges, jetzt steht der nächste Megadeal kurz bevor: Der Schweizer Konzern Clariant will mit dem US-Konkurrenten Huntsman fusionieren. Der Wert des neuen Unternehmens HuntsmanClariant liege bei rund 20 Milliarden US-Dollar, teilten die beiden Firmen am Montag mit. Der gemeinsame Umsatz erreiche etwa 13,2 Milliarden Dollar. Die Fusion muss allerdings noch von Wettbewerbsbehörden und den eigenen Aktionären genehmigt werden.

Die Anteilsscheine von Clariant legten heute im frühen Handel um über 5 Prozent zu. Angestrebt werde eine Fusion unter Gleichen, hieß es. Das Geschäft soll über einen Aktientausch laufen. Clariant werde am neuen Unternehmen 52 Prozent halten, Huntsman 48 Prozent.

Die Chemiebranche rückt näher zusammen

Das Vorhaben ist nur eines von derzeit mehreren Zusammenschlüssen in der Branche. So will etwa Bayer den US-Saatgutkonzern Monsanto übernehmen. Geplant sind auch Fusionen des schweizerischen Agrarchemie-Riesen Syngenta mit dem chinesischen Staatskonzern ChemChina und der US-Unternehmen Dow Chemical und Dupont. Zudem wollen die Gase-Spezialisten Linde und Praxair zusammengehen, was in großen Teilen der Linde-Belegschaft hoch umstritten ist.

"Wir kreieren ein neues Unternehmen mit einer neuen Kultur", sagte Clariant-Chef Hariolf Kottmann in einer Telefonkonferenz. Beide Konzerne versprechen sich von der Fusion insgesamt einen höheren Wert für die Aktionäre sowie verbesserte Wachstumsmöglichkeiten in Schlüsselmärkten wie den USA und China.

Huntsman und Clariant-Fusion soll Kosten sparen

Huntsman und Clariant wollen 400 Millionen Dollar an jährlichen Kosteneinsparungen erreichen. Diese sollen innerhalb von zwei Jahren nach Abschluss der Transaktion erreicht werden. Die Einmalkosten wurden auf bis zu 500 Millionen Dollar veranschlagt.

Die neue Gesellschaft soll den Konzernsitz in der Schweiz haben, während der operative Sitz in Texas angesiedelt werde. Kottmann ist als Präsident des Verwaltungsrats vorgesehen, Peter Huntsman als Konzernchef. Der Verwaltungsrat soll gleichberechtigt besetzt werden.

Huntsman-Aktionäre erhalten je Aktie 1,2196 HuntsmanClariant-Aktien, während jede Clariant-Aktie zu genau einer HuntsmanClariant-Aktie werde. Ein Abschluss des Geschäfts wird bis Ende 2017 erwartet.

sve / DPA