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Familienunternehmen: C&A will wieder an die Spitze

Das Textilunternehmen C&A sagt seinen Konkurrenten den Kampf an: Anfang der 90er Jahre noch unangefochten die Nummer eins im deutschen Textilhandel war, ist das Unternehmen inzwischen auf den dritten Platz abgerutscht.

Das Textilunternehmen C&A sagt seinen Konkurrenten den Kampf an: "Wir wollen die Marktführerschaft zurückgewinnen", erklärte der Chef von C&A Deutschland, Dominic Brenninkmeyer. Denn das über 100 Jahre alte Familienunternehmen, das Anfang der 90er Jahre noch unangefochten die Nummer eins im deutschen Textilhandel war, ist inzwischen auf den dritten Platz abgerutscht.

Trendwende kam mit Dominic Brenninkmeyer

Doch nach verlustreichen Jahren hat das Unternehmen unter dem neuen Deutschland-Chef die Trendwende geschafft und setzt wieder zum Angriff an. Im vergangenen Jahr verdreifachte es den Gewinn. Und als eines von wenigen Unternehmen der Branche rechnet C&A auch in diesem Jahr mit einem stabilen Umsatz und Ergebnis. "Ich sehe ein großes Wachstumspotenzial für C&A in Deutschland", meint Brenninkmeyer denn auch zuversichtlich. So wolle C&A die Kette von Kindermodeläden unter dem Namen Kids Stores ausbauen und plane auch eine Kette von Geschäften, die sich auf junge Mode spezialisiere.

Familienunternehmen sieht er als Vorteil

Dass er an der Spitze eines Familienunternehmens steht, sieht der Deutschland-Chef als hilfreich für seine Pläne: "Das ist auf jeden Fall ein Vorteil." Denn dadurch könne er langfristiger planen und stehe nicht so unter dem Druck der Analysten und des Marktes. Der 1957 in England geborene Manager ist Mitglied des European Executive Boards des milliardenschweren Familienkonzerns. Und er ist ein Beispiel, wie der streng katholische Familienclan noch heute zielstrebig den eigenen Nachwuchs auf die Übernahme von Führungsverantwortung vorbereitet.

Entspanntes Verhältnis zur Führungsrolle

Nach Schulbesuch und Studium in England absolvierte er bei C&A Holland eine Handelsausbildung, arbeitete dann fast 20 Jahre bei Familienunternehmen in Großbritannien, den USA sowie den Niederlanden - zunächst als Einkäufer, später immer weiter in Führungspositionen aufrückend. Als ihm dann sein Vetter, der Europachef Lucas Brenninkmeyer, überraschend den Posten in Deutschland anbot, trat er eine Woche später seinen Dienst an und schaffte tatsächlich in unerwartet kurzer Zeit die Trendwende. Wie die Nachwuchsförderung im vielköpfigen Familienclan funktioniert, beschreibt er selbst eher undramatisch: "Man hat einen Pool von Menschen, und die werden ausgebildet, und anhand von Leistung ergibt sich dann, wer die natürlichen Nachfolger sind."

Topmanagement bleibt in Familienhand

Die Führung will sich der Brenninkmeyer-Clan auch in Zukunft nicht aus der Hand nehmen lassen, daran lässt Dominic Brenninkmeyer keinen Zweifel: "Das Topmanagement bleibt sicherlich in der Hand der Familie." Doch schon in der nächsten Führungsebene gelte dies nicht mehr. So werde die familieneigene Immobilienfirma Redevco ebenso von familienfremden Managern geleitet wie die Geschäfte in Frankreich und Belgien.

Erich Reimann / DPA