Bilanz Deutsche Bank hat Nettogewinn mehr als verdoppelt


Dank massiver Kosteneinsparungen hat die Deutsche Bank im zweiten Quartal 2003 ihren Nettogewinn mit 572 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Die Deutsche Bank hat ihren Vorsprung im inländischen Kreditgewerbe deutlich ausgeweitet. Der Branchenprimus profitierte im 2. Quartal erneut vom guten Börsenumfeld und kann mit einem kräftigen Sprung in die Gewinnzone aufwarten. Der Konzerngewinn vor Steuern belief sich im Zeitraum April bis Juni 2003 auf 1,1 Milliarden Euro. Auch die Risikovorsorge konnte zum dritten Mal in Folge reduziert werden, wie das größte deutsche Geldinstitut am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Die Börse reagierte dennoch enttäuscht: Die Aktie der Deutschen Bank rutschte nach Bekanntgabe der Zahlen um drei Prozent nach unten; viele Analysten hatten einen Nettogewinn von über 700 Millionen Euro erwartet.

Analysten hatten mehr erwartet

Im Vorjahreszeitraum lag der Nettogewinn bei 204 Millionen Euro. Der bereinigte Gewinn vor Steuern wuchs um 70 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahresquartal. Die bereinigten Erträge stiegen in diesem Zeitraum den Angaben zufolge um 8 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 6,0 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal sanken sie um 5 Prozent. Grund dafür seien Verkäufe und Wechselkurseffekte.

Risikovorsorge verringert

Deutschlands Branchenprimus konnte die Risikovorsorge nach eigenen Angaben im dritten Quartal in Folge verringern. Sie sank um 5 Prozent auf 333 Millionen Euro nach 350 Millionen Euro im ersten Quartal 2003. Die Problemkredite reduzierte die Bank im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,9 Milliarden Euro auf 8,4 Milliarden Euro. Analysten begrüßten den Rückgang der Risikovorsorge, verwiesen aber darauf, dass die entsprechenden Zahlen diesmal weniger stark gesunken seien als in den vorausgegangenen Quartalen.

Personalaufwand gesenkt

Der Personalaufwand belief sich nach Konzernangaben im zweiten Quartal auf 2,8 Milliarden Euro und lag damit um 149 Millionen Euro unter dem des Vorjahreszeitraums. Grund für den Rückgang seien vor allem der Stellenabbau im Zuge des Verkaufs einzelner Geschäftsaktivitäten sowie infolge der Restrukturierungsmaßnahmen. Die internationale Rating-Agentur Fitch Ratings stufte die Deutsche Bank in ihrer langfristigen Bewertung von negativ auf stabil hoch, wie die Finanznachrichtenagentur Dow Jones berichtete.

Internationales Haus

Die Deutsche Bank gehört auch international zu den führenden Finanzdienstleistern. Mit rund 71.000 Mitarbeitern betreut Deutschlands Branchenprimus nach eigenen Angaben weltweit über 13 Millionen Kunden in 76 Ländern. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten arbeitet außerhalb Deutschlands.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker