HOME

Verkleinerung des Streckennetzes: Air Berlin schrumpft um zehn Flugzeuge

Trotz Sparmaßnahmen fliegt Air Berlin weiterhin Verluste ein. Mit einem gestrafften Streckennetz und weniger Einsatzorten für die Crews will die Fluggesellschaft 2016 wieder die Gewinnzone erreichen.

Die gute Nachricht zuerst: Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin macht langsam wieder Boden gut. Erstmals seit fünf Jahren erzielte Deutschlands zweitgrößte Airline in einem zweiten Quartal einen Nettogewinn, wie das Unternehmen mitteilte. Doch das operative Ergebnis blieb trotz leichter Verbesserung mit minus 6,9 Millionen Euro allerdings weiter negativ.

Um die Kosten zu senken, wird Air Berlin fünf Basen für Flugzeuge und Crews schließen: Münster/Osnabrück, Hannover, Dortmund, Erfurt und Dresden. Damit müssten von November an etwa 100 Piloten ihren Arbeitsort nach Berlin oder Düsseldorf verlegen, sagte Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer. Das bedeute aber nicht, dass Air Berlin diese Flughäfen nicht mehr anfliege.

Zehn Prozent weniger Angebot im Sommer 2015

Beim Streckennetz will sich die Fluggesellschaft noch stärker auf die großen Reisemärkte Deutschland, Österreich, Schweiz und die Flüge von und nach Palma de Mallorca konzentrieren. Bis Sommer 2015 werde das Sitzplatzangebot damit um zehn Prozent verringert. Air Berlin will zudem zehn Flugzeuge ausmustern.

"Unter dem Strich stehen wir besser da als vor einem Jahr. Aber das reicht nicht aus", erklärte Airline-Chef Wolfgang Prock-Schauer am Donnerstag . Air Berlin werde - wie im Frühjahr angekündigt - neu strukturiert. Die drei Segmente Europa, Touristik und Langstrecke sollen weiter bedient werden.

"2016 ist für uns das Schlüsseljahr", sagte Prock-Schauer in einer Telefonkonferenz. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft wolle dann unter dem Strich "nicht nur wenig über der Nulllinie liegen". 2013 hatte Air Berlin einen Verlust von 315 Millionen Euro ausgewiesen. Von April bis Juni 2014 erzielte das Unternehmen erstmals seit fünf Jahren in einem zweiten Quartal einen kleinen Nettogewinn.

Weniger Fluggäste aus Osteuropa

Seit langem kämpft Air Berlin darum, mit Spar- und Effizienzprogrammen wieder profitabel zu werden. Zuletzt liefen vor allem die Personalkosten aus dem Ruder. Sie stiegen im zweiten Vierteljahr im Vergleich zum Vorjahresquartal um 14 Prozent auf 135 Millionen Euro.

Die Fluglinie schließt wegen der Ukraine-Krise Kapazitätskürzungen im zweiten Halbjahr nicht aus. "Wir haben eine Nachfrageschwäche aus den russischen und ukrainischen Märkten, und die Märkte waren für unsere Langstreckenverbindung aus Berlin und Düsseldorf heraus wichtig", sagte Finanzchef Ulf Hüttmeyer. Weieter Weitere Details zum Umbau der Fluglinie will Air Berlin Ende September vorstellen.

tib/DPA / DPA

Wissenscommunity