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Chronologie: Höhen und Tiefen der MobilCom AG

Pionier, Parkettstar, Pleitekandidat: Der Telekommunikationsdienstleister MobilCom hat in seiner jungen Firmengeschichte Höhen, Tiefen und fast den Absturz erlebt.

Die wichtigsten Ereignisse:

1991

Gerhard Schmid gründet die MobilCom Communicationstechnik GmbH in Schleswig.

1996

Umwandlung in eine Aktiengesellschaft

10. März 1997

Emission der MobilCom-Aktie am Neuen Markt der Frankfurter Börse, Ausgabekurs: 62,50 DM, Erstnotiz: 95 DM.

1998

Einstieg in das Festnetz- und Internetgeschäft

Ende 1998

Umzug an den neuen Konzernstandort Büdelsdorf

20. März 2000

Die MobilCom-Aktie erreicht mit 199 Euro den historischen Höchststand.

23. März 2000

France Télécom übernimmt 28,5 Prozent der MobilCom-Aktien und zahlt dafür 3,7 Milliarden Euro.

17. August 2000

MobilCom ersteigert für 8,4 Milliarden Euro eine der sechs UMTS-Lizenzen in Deutschland.

04. April 2001

France Télécom sagt MobilCom ein Darlehen von maximal zehn Milliarden Euro zum Aufbau eines UMTS-Netzes zu.

Anfang 2002

Es kommt zum Streit zwischen MobilCom-Gründer Gerhard Schmid und der France Télécom. Dabei geht es um die Kredite für das UMTS-Netz und um umstrittene Aktiengeschäfte von Schmids Ehefrau.

20. März 2002

MobilCom weist Verluste von 200 Millionen Euro für 2001 aus. Der Machtkampf zwischen Schmid und France Télécom lässt den Aktienkurs auf 15 Euro stürzen.

25. März 2002

Schmid kündigt seinen Ausstieg bei MobilCom an. France Télécom nimmt Schmids Aktienpaket jedoch nicht ab.

30. Mai 2002

MobilCom-Hauptversammlung verweigert Schmid Entlastung.

11. Juni 2002

France Télécom kündigt den Kooperationsvertrag mit MobilCom aus dem Jahr 2000. Der Aktienkurs steht bei sieben Euro.

21. Juni 2002

Finanzvorstand Thorsten Grenz wird vom Aufsichtsrat als Nachfolger Schmids bestellt. Der Gründer muss das Unternehmen verlassen, bleibt aber größter Einzelaktionär.

12. September 2002

France Télécom stellt Unterstützung ein.

15. September 2002

Das Bundeswirtschaftsministerium sagt dem insolvenzbedrohten Unternehmen Kredite bis zu 400 Millionen Euro zu. Kreditgeber sollen die Kreditanstalt für Wiederaufbau und die Schleswig-Holsteinische Landesbank sein. Davon flossen bisher 50 Millionen Euro an MobilCom.

27. September 2002

MobilCom-Chef Thorsten Grenz stellt ein Sanierungsprogramm vor. Danach sollen 1850 Vollzeitstellen - fast die Hälfte aller Stellen - gestrichen werden.

31. Oktober 2002

Die Banken verlängern zum vierten Mal die fälligen Kredite über 4,7 Milliarden Euro.

01. November 2002

MobilCom-Gründer Schmid unterschreibt einen Vertrag zur Übertragung seiner Aktien an einen Treuhänder. Das Bundeswirtschaftsministerium akzeptiert die Vertragsfassung nicht.

04. November 2002

Der Streit zwischen Schmid und dem Ministerium eskaliert. Ein tagelanges Verhandeln um Vertragsdetails beginnt.

14. November 2002

Schmid unterschreibt den mit der Bundesregierung ausgehandelten Treuhändervertrag. Seine Aktien verwaltet nun der frühere RTL-Chef Helmut Thoma.