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Erbschaft: Dank eines DNA-Tests erbt ein mittelloser Krankenpfleger ein Landgut für 50 Millionen Euro

Adlard Rogers, ein einfacher Krankenpfleger, hat eines der schönsten Herrenhäuser Großbritanniens geerbt. Möglich machte dies ein DNA-Test.

Adlard Rogers kann nun in einem Schloss ähnlich wie diesem leben. Die Abbildung zeigt Lyme Hall in Cheshire.

Adlard Rogers kann nun in einem Schloss ähnlich wie diesem leben. Die Abbildung zeigt Lyme Hall in Cheshire.

Getty Images

Adlard Rogers hatte es nicht leicht im Leben. Der gelernte Krankenpfleger hatte Probleme im Beruf und große finanzielle Sorgen. Doch nun lebt er in einem Schloss. Er hat das 1536 Hektar große Landgut Penrose Estate geerbt. Der Wert der Immobilie: Rund 50 Millionen Euro. Es war ein steiniger Weg bis zum Schlossbesitzer. Rogers Familie lebte seit Generationen auf dem Gut. Und Jordan Adlard sah dem Gutsbesitzer Charles Rogers auffallend ähnlich. Doch der kümmerte sich nicht um seinen illegitimen Spross, denn obwohl er aus einer wohlhabenden Familie stammte, hatte er eigene Probleme. Rogers war 40 Jahren lang drogenabhängig und hatte als Einsiedler gelebt. 2018 starb er an einer Überdosis eines Heroinsubstituts.

Der Vater hatte dem Jungen zwar angeboten, sich einem DNA-Test zu unterziehen, aber er machte es nie. "Als ich 18 war, klopfte ich an seine Tür und fragte, ob ich den Test machen könne, und er sagte mir, ich solle es durch die Anwälte klären lassen. Ich war 18 Jahre alt und hatte damals andere Prioritäten", sagte Adlard Rogers zum "Independent".

DNA-Test erst nach dem Tod des Vaters

Zu dem entscheidenden Test kam es erst nach seinem Tod. Heute sagte sein Sohn, dass sein Vater nie mit den Erwartungen der Familie zurechtgekommen sei. "Es gab immer einen Erwartungsdruck. Sein Bruder war RAF-Pilot und sein Vater Kommandeur in der Royal Navy, also musste er in große Fußstapfen treten. Er stand unter enormem Druck, denn er war anders und ein Freigeist."

"Dann diente Charles in Nordirland. Ich denke, das hat ihn sehr verändert, zusammen mit dem Krebstod seines Bruders Nigel, dem er sehr nahestand."

Als Charles Rogers starb, war er unterernährt und hatte die Körperhygiene seit Langem vernachlässigt. In den Monaten vor seinem Tod soll er sich nur noch selten umgezogen haben. "Es war so heruntergekommen, dass er sich selbst aufgegeben hatte und in seinem Auto und nicht in seinem Haus lebte, da dort nur ein großes Chaos herrschte".

Erbe will Stiftung gründen

Da die Mutter und der Bruder seines Vaters bereits verstorben waren, blieb nur Adlard als Erbe. Das Anwesen im geschätzten Wert von 50 Millionen wird vom National Trust verwaltet, neben einem 1000-jährigen Wohnrecht erwirtschaftet der Trust ein Einkommen aus dem Besitz für den Erben.

Nun plant Adlard Rogers die Gründung einer Stiftung, um Menschen in den nahe gelegenen Städten Porthleven und Helston zu helfen. "Alle Leute sagen, ich habe Glück, aber ich würde alles tauschen, um Charles sagen zu können, dass ich sein Sohn bin. Vielleicht hätte er dann einen anderen Weg eingeschlagen".

Quelle: BBC, Independent

Im Video: So sieht die rechtliche Lage rund um Erbe und Testament aus

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