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Vorsicht Fälscher! Falschgeld im Umlauf: Stiftung Warentest erklärt, wie Sie falsches Geld erkennen

Ein falscher 50-Euro-Schein
Ein falscher 50-Euro-Schein
© Arne Dedert/ / Picture Alliance
Die Geldscheine wechseln auf Märkten oder im Einzelhandel den Besitzer - und auch in Deutschland mischen sich falsche Fünfziger dazwischen. Allerdings haben die Geldfälscher es durch Corona deutlich schwerer, ihre Blüten unters Volk zu bringen. So erkennen Sie, ob ein Geldschein echt ist.

Auch Geldfälscher haben es nicht leicht in der Corona-Krise. Denn geschlossene Hotels, Restaurants und Geschäfte haben auch den Kriminellen die Möglichkeit geraubt, ihre Blüten unter das Volk zu bringen. Die Bundesbank meldet, dass von der zweiten Jahreshälfte 2020 zur ersten Jahreshälfte 2021 die Zahl der Banknotenfälschungen um 13 Prozent zurückgegangen sei, so "Stiftung Warentest". Auch Münzen wurden weniger gefälscht. Insgesamt wurden mehr als 21.000 Scheine mit einem Wert von über einer Million Euro aus dem Verkehr gezogen.

Doch wo gelangen Verbraucherinnen und Verbraucher an Blüten? Keinerlei Gefahr gehe von Geldscheinen aus dem Geldautomaten aus, so die "Stiftung Warentest". Die Geräte sind mit einem zertifizierten Kontrollverfahren ausgestattet, dass es unmöglich macht, dass nicht umlauffähiges Bargeld (zerfetzte Scheine) oder Falschgeld ausgegeben wird. Laut den Warentestern sei das Risiko, im Handel, der Gastro oder im Supermarkt gefälschte Scheine zu erhalten, gering. Wer privat Dinge kauft, gerade mit hohem Wert, sollte aber wachsam sein: Hier sei das Risiko erhöht. Die Warentester nennen den privaten Gebrauchtwagen-Kauf als Beispiel. Und geben einen Tipp: Den Käufer bitten, sich das Geld in Ihrem Beisein in der Bank auszahlen zu lassen.

Ist das nicht möglich, sollten Sie genau hinsehen und die Scheine prüfen. Ein mehrschichtiges System schützt das Papiergeld vor möglichen Fälschern. Nach dem Prinzip "Fühlen, Sehen, Kippen" können Verbraucherinnen und Verbraucher die Euroscheine prüfen:

  • Das Papier muss sich griffig und fest anfühlen. Auch ältere Scheine, die vielleicht schon durch viele Hände gegangen sind, haben noch widerstandfähiges Material. "Fälscher konzentrieren sich meistens bei der Nachahmung auf ein oder wenige Sicherheitsmerkmale, so dass es deshalb ratsam ist, mehrere Merkmale einzubeziehen", heißt es bei der Bundesbank. "Das Papier der Banknoten besteht aus Baumwolle. Es fühlt sich griffig und fest an. Mit Erfahrung und Praxis kann man echtes Geld bereits am Material erkennen."
  • Fühlbare Erhöhungen erleichtern Blinden und Seheingeschränkten das Ertasten der richtigen Geldscheine – sie sind für Fälscher eine Herausforderung. Am Rand der Geldscheine können sie eingeprägte Buchstaben und Striche erfühlen. "Auch die große 50 oben leicht links von der Mitte und das Hauptmotiv haben eine solche Prägung", gibt die "Hanseaticbank" als Tipp.
  • Hält man den Geldschein gegen das Licht, sollte das Wasserzeichen, der Sicherheitsfaden und bei allen Geldscheinen ab 20 Euro auch das Porträtfenster mit dem Gesicht der "Europa" zu sehen sein, erklären die Warentester. "Der Sicherheitsfaden erscheint im Licht als dunkler Streifen. Auf ihm werden das Wort 'EURO' und die Wertzahl, bei Scheinen der ersten Generation das €-Zeichen und die Wertzahl, sichtbar", schreibt die "Sparkasse".
  • Beim Kippen gibt es optische Veränderungen auf dem Schein: Der Geldwert in Smaragdgrün verändert die Farbe. "Beim Hin-und-her-Kippen der Banknoten der Europa-Serie zeigt der silberne Streifen auf der Vorderseite rechts, das sogenannte Hologramm, das Porträt der mythologischen Gestalt 'Europa', das €-Symbol, das Hauptmotiv des Scheins und die Wertzahl der Banknote", erklärt die Sparkasse. "Bei den 100- und 200-Euro-Scheinen gibt es zusätzlich das „Satelliten-Hologramm“ auf der Vorderseite rechts oben. Beim Neigen der Banknoten bewegen sich kleine Euro-Symbole um die Wertzahl.

Falschgeld gefunden: Was die Polizei rät

Vor allem die Smaragdzahl und das Hologramm sind für die Fälscher kaum nachzuahmen. Darüber hinaus weist die Bundesbank darauf hin, dass sich Fälscher meist nur auf ein oder sehr wenige Merkmale beim Geldschein konzentrieren können. Dass wirklich alle Sicherheitsstufen täuschend echt umgesetzt werden, ist quasi ausgeschlossen. Ist das Papier also sehr gut imitiert, fehlt vielleicht das Hologramm. Und wenn das Wasserzeichen gut gefälschte wurde, gibt es keinen Sicherheitsfaden. 

Übrigens: Wer Falschgeld identifiziert, muss dies sofort der Polizei melden. Die Weitergabe von Falschgeld ist strafbar. "Versuchen Sie den Falschgeldverausgaber bis zum Eintreffen der Polizei zum Verbleiben zu bewegen", rät das "BKA". "Sollte dies nicht gelingen, so prägen Sie sich sein Aussehen ein. Notieren Sie sich das Kfz-Kennzeichen eines gegebenenfalls benutzten Fahrzeuges." Das Falschgeld solle man in einen Briefumschlag stecken, denn: "Fingerabdrücke sind wichtige Spuren!"

Mehr Infos zum Thema Falschgeld und beschädigtes Bargeld-Zurückgeben bekommen Sie gegen Gebühr unter www.test.de.

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kg

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