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Jens Weidmann: So legt Deutschlands oberster Banker sein Geld an - eine simple Strategie für jedermann

Deutschlands oberste Währungshüter müssen preisgeben, wie sie ihr Geld anlegen. Das gilt auch für den Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann. Der fährt eine überraschend simple Anlagestrategie - von der auch Kleinanleger und Börsen-Neulinge profitieren können.

Jens Weidmann, Bundesbank-Chef

Jens Weidmann, Bundesbank-Chef, legt sein Geld überraschend simpel an.

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Mit einer neuen Transparenzoffensive verpflichtet die Zentralbank ihre obersten Banker zur Offenlegung ihrer Investments - um aufzuzeigen, ob die Banker ein privates Interesse an Firmen oder Branchen haben könnten. Dieser Schritt ist deshalb interessant, weil sich die höchsten Währungshüter recht bedeckt bei diesem Thema hielten. So blockte Bundesbankpräsident Jens Weidmann jahrelang Nachfragen zu seiner privaten Anlagestrategie ab. Für Geldanlage-Beratung gebe es schließlich Banker.

Nun legte die Zentralbank offen, was Weidmann im Depot hat. Und wer vermutet hat, dass sich der oberste Banker Deutschlands mit einer ausgeklügelten Anlagestrategie sensationelle Rendite sichert, wird enttäuscht. Denn Weidmann agiert simpel. Und dabei sehr clever.  

Wie der "Focus" berichtet, handelt es sich bei beiden Produkten um ETF (Exchange Traded Fund), also passive Aktienfonds. Die werden nicht von einem Manager mit Aktien bestückt, sondern der ETF bildet einen Index ab. Das hat Vorteile: Zum einen wird der Fonds dadurch im Vergleich sehr günstig. Denn der Anleger muss kein teures Management mitfinanzieren. Beim ETF läuft alles automatisiert ab. Zum anderen hat die Finanzkrise gezeigt, dass die wenigsten Fonds ihren Vergleichsindex schlagen können. Dann kann der Anleger auch direkt einen ETF kaufen, der genauso gut (oder schlecht) wie der Vergleichsindex unterwegs ist.

+++ Lesen Sie hier: So funktioniert die Geldanlage mit ETF +++ 

Finanztest prüft Öko-ETF: Ohne Waffen, Atomkraft und Ausbeutung: So funktioniert die nachhaltige Geldanlage
UBS MSCI World Socially Responsible (Isin LU 062 945 974 3)

Als einen möglichen Fonds nennen die Finanztester den UBS MSCI World Socially Responsible (Isin LU 062 945 974 3). Basis dieses ETF sind weltweite Aktien von großen, aber nachhaltig agierenden Firmen. Der Fonds enthält 400 Aktien aus 23 Ländern und somit deutlich weniger als der "normale" MSCI World mit 1600 Aktien.

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Weidmanns Strategie: Deutsche Firmen und weltweite Konzerne

Weidmann vertraut bei seinen ETF auf zwei Strategien: Auf den Deutschen Aktienindex (DAX) und die Weltwirtschaft. Bei dem DAX-ETF landen in Weidmanns Depot die Aktien der 30 Konzerne, die im DAX gelistet sind. Also Firmen wie Adidas, BMW, Lufthansa oder auch SAP. Klettern die Kurse der einzelnen Aktien, verdient auch Weidmann mit. 

Bei seinem zweiten ETF handelt es sich um den MSCI All Country World Index (kurz: MSCI ACWI), der die Aktien von allerlei Firmen weltweit enthält. Herausgegeben wird der ETF von dem New Yorker Finanzdiestleister MSCI. In dem ETF sind Aktien von knapp 2800 Firmen gebündelt und weitere Anteile anderer ETF. Die meisten Firmen stammen aus den USA (55 Prozent), darunter sind Apple, Microsoft, Amazon, aber auch Johnson & Johnson. 

+++ Lesen sie hier: ETF, die Geldanlage für Faule +++

Warum sich das Weidmann-Depot lohnt

Weidmanns Strategie ist auch für Neulinge beim Thema Geldanlage ideal. Denn statt einzelne Aktien zu kaufen, bündeln ETF die Papiere verschiedener Firmen. Damit streuen Anleger das Risiko, Geld an der Börse zu verlieren. Im Gegenzug profitieren Anleger von dem stetigen Wachstum des DAX. Der legt durchschnittlich um die sieben Prozent pro Jahr zu. Auch der weltweit agierende ETF von MSCI lohnt sich. Seit dem Jahr 2000 legte der Index um gut fünf Prozent pro Jahr zu. Wer also sein Geld anlegen möchte, aber wenig Ahnung hat und auch wenig Zeit, um sich in die komplexen Themen einzuarbeiten, fährt mit dem Weidmann-Depot gut.  

Deutsche Bank, Tom Tailor und Co.: Das sind die zehn schlimmsten deutschen Börsenflops des Jahres
Platz 10: Deutsche Bank  Die Deutsche Bank ist das größte Schwergewicht und das einzige Dax-Unternehmen in der Flop-Liste. Binnen eines Jahres verlor die Aktie 55,7 Prozent an Wert, auf Sicht von fünf Jahren waren es minus 74,6 Prozent. Derzeit wird über einen Zusammenschluss mit der Commerzbank diskutiert.

Platz 10: Deutsche Bank

Die Deutsche Bank ist das größte Schwergewicht und das einzige Dax-Unternehmen in der Flop-Liste. Binnen eines Jahres verlor die Aktie 55,7 Prozent an Wert, auf Sicht von fünf Jahren waren es minus 74,6 Prozent. Derzeit wird über einen Zusammenschluss mit der Commerzbank diskutiert.

DPA
kg