Gewinne Höhenflüge bei Ryanair


Ryanair-Chef O'Leary hat zwar wiederholt niedrigere Gewinnerwartungen für die Zukunft angekündigt, doch das letzte Geschäftsjahr dürfte ihn zum Strahlen bringen: Gewinnsprung von mehr als 50 Prozent.

Die irische Billigfluglinie Ryanair hat im abgelaufenen Geschäftsjahr (31. März 2003) einen Gewinnsprung von mehr als 50 Prozent verzeichnet. Wie die Fluggesellschaft am Dienstag in London mitteilte, stieg der Vorsteuergewinn im Geschäftsjahr 2002/ 2003 auf umgerechnet 266 Millionen Euro (190 Millionen Pfund) an. Ryanair-Chef Michael O’Leary hat jedoch wiederholt erklärt, dass auf Grund der Euro-Stärke und der Streckenausweitung in den kommenden Jahren geringere Gewinnmargen erwartet werden. In Deutschland plant die Airline neben Hahn im Hunsrück in den nächsten drei Jahren zwei weitere Drehkreuze mit Flügen zu mehreren Zielorten.

Passagierzahlen verdoppeln

O’Leary bekräftigte, dass seine Airline die großen europäischen Linienfluggesellschaften Lufthansa und British Airways "innerhalb der nächsten drei Jahre" überholen wolle. Ziel sei eine Verdoppelung der Passagierzahlen auf jährlich mehr als 30 Millionen. Die Billig- Fluglinie transportierte zuletzt 15,7 Millionen Passagiere (plus 42 Prozent) und strebt in diesem Jahr 23 Millionen Reisende an, darunter knapp vier Millionen in Deutschland.

Preise weiter runter

Die Flugpreise sollten noch weiter gesenkt werden, kündigte O’Leary an. Neben Währungseffekten würden aber auch die erneute Streckenausweitung und die Neuanschaffung von 250 Flugzeugen in den kommenden Jahren auf das Ergebnis drücken. Dennoch erwarte er auch für 2003/2004 einen gesunden Gewinn. "Unser Modell hat sich als robust erwiesen." Wegen Kapazitätsausweitungen rechnet das Management damit, dass die durchschnittliche Auslastung von derzeit 84 Prozent auf rund 80 Prozent sinken wird.

Blick nach Osteuropa

In Deutschland gebe es derzeit keine Entscheidungen über konkrete neue Verbindungen oder Flughäfen, sagte Verkaufsleiterin Caroline Baldwin in Frankfurt. In Hahn, 120 Kilometer vom Lufthansa-Drehkreuz Frankfurt entfernt, seien in diesem Jahr zwei Millionen Passagiere angestrebt. Mit Flughäfen in mehreren osteuropäischen Ländern werde über Verbindungen von Deutschland aus verhandelt. Den Kauf des Konkurrenten Deutsche BA durch den Textilunternehmer Hans Rudolf Wöhrl kommentierte Ryanair gelassen. Die anderen Billigflieger im deutschen Markt kämpften untereinander und nicht gegen Ryanair, solange sie ihre Kosten nicht weiter herunter brächten.

Ryanair hatte im vergangenen Jahr sein Streckennetz erheblich ausgebaut. Im März übernahm die Fluglinie für 22,5 Mio Euro den früheren Konkurrenten Buzz.

DPA

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