Zwischenbilanz Gewinnwarnung bei Volkswagen


Der Volkswagenkonzern hat seine Gewinnprognose angesichts schleppender Verkäufe und des niedrigen Dollarkurses gesenkt. Damit sind die Pläne, das Vorjahresergebnis zu übertreffen, erstmal geplatzt.

VW rechnet nur noch mit einem operativen Gewinn vor Sondereinflüssen von 1,9 Milliarden Euro, wie der Konzern am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Bisher hat Vorstandsvorsitzender Bernd Pischetsrieder einen operativen Gewinn von 2,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Im Rahmen des Programms ForMotion hat der Konzern nach eigenen Angaben bisher 400 Millionen Euro gespart. Bis Ende 2005 sollen es vier Milliarden Euro werden.

Mehr Autos verkauft

Im ersten Halbjahr 2004 hat der VW-Konzern 2,5 Millionen Autos ausgeliefert, das sind 1,7 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2003. Der Umsatz stieg um 7,3 Prozent auf 45,9 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen sank um fast 20 Prozent auf 979 Millionen Euro, das Nettoergebnis fiel um rund 36 Prozent auf 383 Millionen Euro, wie der Konzern mitteilte.

Damit lag der VW-Konzern im zweiten Halbjahr wie angekündigt besser als im desaströsen ersten Quartal, als der Konzern nur um ein Haar am Verlust vorbeigeschrammt war. Das Nettoergebnis sank für Januar bis März um 87 Prozent auf 26 Millionen Euro. Schon 2003 hatte VW einen operativen Gewinneinbruch von 48 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro vor Sondereinflüssen ausgewiesen

VW rechnet nicht eigenen Angaben nicht damit, dass sich die Automärkte 2004 noch deutlich beleben werden. Auch die scharfe Konkurrenz in USA, Europa und China werde nicht nachlassen, hieß es. Der harte Wettbewerb zwingt VW zu Rabatten, die den Gewinn schmälern. Seit März hatte Volkswagen von anziehenden Verkäufen beim wichtigsten Modell Golf berichtet. Allerdings unterstützt der Konzern den Golf-Absatz mit einer kostenlosen Klimaanlage und über 900 Euro Zuschüssen bei der Inzahlungnahme eines Altautos.

Luxus-Schiene kränkelt

Auch an anderen Ecken brennt es: Der Absatz des Luxuswagen Phaeton stockt weiter; in den USA verderben Rabatte und der schwache Dollar weiter das Geschäft; im bisherigen Erfolgsmarkt China hat VW sich in der Modellpolitik vertan und der Marktanteil fällt; der Konzern schleppt Überkapazitäten mit sich herum; das teure Superauto Bugatti kommt nicht vom Fleck.

Aber es gibt auch Lichtblicke: Der Geländewagen Touareg und der Van Touran verkaufen sich hervorragend; Tochter Audi meldet Rekordabsätze; die VW-Bank läuft hervorragend; in Brasilien ist dem Anschein nach die Krise bewältigt und bei Bentley ist das erste Modelle unter VW-Herrschaft, der Continental GT, ausverkauft.

DPA

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